Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 351 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 351 aus unternommene Eroberungszug Napoleons I 1799 nichts *ändern, da er nach vergeblicher Belagerung von St. Jean d’Acre abziehen mußte. So blieb Palästina bis zum Ausbruch des großen Kriegs türkischer Besitz, der freilich von den Großmächten unserer Zeit zu allen Zeiten den Türken geneidet wurde. Über seine politische Zukunft kann kaum ein Zweifel bestehen. Palästina wird unter Englands Oberherrschaft gelangen. Ob im Zusammenhang damit die seit Jahrzehnten gehegten Hoffnungen eines beträchtlichen Teiles des jüdischen Volkes auf eine öffentlich-rechtliche Heimstätte der Juden in Palästina sich erfüllen werden? Wir wissen ja, daß ernst •zu nehmende Männer, denen das Elend unserer Brüder in den Ländern der Barbarei, der Knechtung und Brutalität ebenso zu Herzen geht, wie uns, unter der Wunderwirkung des die jüdischen Herzen gewaltig ergreifenden Schlagwortes ״Zionismus“ eine Bewegung hervorgerufen haben, die darauf abzielt, in dem Land unserer Väter eine Massenansiedelung von Juden zustande zu bringen und ihnen dort eine gesicherte öffentlich-rechtliche Heimstätte zu gewähren. So weit diese Bewegung darauf abzielt, dem Judenelend zu steuern, und in der Voraussetzung, daß aller Anspruch darauf ausgeschaltet wird, damit unter Verleugnung der religiösen Aufgabe Israels lediglich politischen Aspirationen zu huldigen, die in die Absichten der göttlichen Vorsehung einzugreifen sich erkühnen könnten, sind wir gewiß alle bereit, unsere Mittel und unsere Kraft zur Erreichung dieses Zieles zur Verfügung zu stellen. Wir sind aber nicht bereit mit zu arbeiten, wenn das Ziel der Bewegung lediglich ein politisches sein soll, wenn die Herrschaft der Thor ah, die die Volksseele Israels war, ist und bleiben muß, im öffentlichen Leben ausgeschaltet sein soll, wenn Israel in den alten Fehler seiner Geschichte verfallen will, seine Politik unter Ausschaltung Gottes zu gestalten. Und was wir unbedingt und prinzipiell ablehnen müssen, das ist der Anspruch, der zumal in der ersten Zeit des Zionismus erhoben wurde, daß mit dem Gelingen seiner Bestrebungen