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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 350 (sequence 28)
Language
German
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350 Palästina im Widerstreit der Großmächte. neues Reis hervorzutreiben, das in rascher mächtiger Entfaltung seine Aste und Zweige über einen großen Teil der damaligen Welt ausbreitete. Eine neue monotheistische Religion war durch Muhammed im Islam entstanden, und die daraus entspringende religiöse Kraft begeisterte die bisher als Nomaden in Unkultur lebenden arabischen Stämme nicht nur zur Erzeugung einer sehr hoch stehenden Kultur und Literatur, sondern auch zur Verbreitung dieser Lehre infolge politischer Eroberungen an den Gestaden des mittelländischen Meeres in drei Weltteilen. Und bald steht Palästina wiederum im Widerstreit der Großmächte. Und dieses Mal sind es nicht nur politische Mächte, die um Palästina ringen, sondern geistige, das Christentum und der Islam, die Palästina für sich in Anspruch nehmen. Palästina ist ja die Wiege des Christentums, der Schauplatz der in den - Evangelien geschilderten Geschichte. Und indem der Islam an Abraham, als den Vater der religiös gerichteten, gesitteten Menschheit anknüpft, von dem die biblische Verheißung gilt ״Es sollen durch dich gesegnet werden alle Familien des Erdbodens“, indem er weiterhin sein Volkstum auf Abrahams Sohn Ismael zurückführt, erhebt auch er den Anspruch auf die geheiligten Stätten Palästinas, so auf die Höhle Machpelah, wo Abrahams Gebeine ruhen. Schon im Jahre 636 eroberte der Chalif Omar Palästina und da, wo einst Israels geheiligter Tempel stand, steht nunmehr die berühmte Omar-Moschee. Das Christentum hat diese Besitznähme nicht gleichgiltig hingenommen und durch die Kreuzzüge Palästina, nachdem es ein halbes Jahrtausend unter dem Islam stand, in der Zeit von 1099 bis 1187 den Osmanen entrissen. Was das arme Land unter diesen Kämpfen, die es furchtbar verwüsteten, gelitten hat, ist bekannt. Bis 1291 dauerten die immer wiederholten Versuche der Christenheit, sich Palästina gegenüber den Osmanen zu sichern. Zahlreiche Eroberungsversuche asiatischer Horden folgten, bis 1517 die Türken unter dem Sultan Selim I dauernd Besitz von Palästina ergriffen. Daran konnte auch der von Ägypten

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