Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 347 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 347 Caesar, sich zu großem Dank verpflichtete und dadurch seine Macht und den Glanz seines Hauses mehrte. Hatte Antipater zuvor Pompejus in der Entscheidungsschlacht bei Pharsalus durch jüdische Truppen unterstützt, so trug er andrerseits kein Bedenken, nach Pompejus Niederlage Caesar gegen die pompejanische Partei zu unterstützen. In der Tat rettete er Caesar aus seiner sehr gefährdeten Lage, in der er sich ohne genügende Truppen in Ägypten befand. Die Früchte seiner Tätigkeit erntete sein Sohn Herodes, dessen Sinnen und Trachten auf den Königsthron in Judäa gerichtet war. Diesem Ziel stand aber noch ein Hindernis entgegen in der Person des letzten Makkabäers Antigonus, des Sohnes des Aristobul. An und für sich hätte Antigonus Herodes nicht gefährlich werden können. Allein dem gewaltigen Römerreich erstand schon in jenen Tagen ein sehr gefährlicher Feind in den Parthern, die den Bestand des östlichen Römerreichs genau so bedrohten und schließlich untergruben, wie die Germanen die westliche Hälffce. Die Parther stellten aus Feindschaft gegen Rom Antigonus ein Heer zur Verfügung, und mit dessen Hilfe eroberte Antigonus Jerusalem und den Königsthron in Judäa. Herodes fühlte sich um alle seine Hoffnungen betrogen. Es war eine durchaus selbstverständliche Politik der Römer, daß sie nunmehr die Partei des Herodes ergriffen, um durch seine Unterstützung die Parther zu treffen. Herodes wurde zum Freund der Römer, zum König der Juden ernannt und durch ein römisches Heer instand gesetzt, das arme, unglückliche Jerusalem zu erobern, Antigonus nach dreijähriger Regierung im Jahre 37 zu beseitigen und sich selber auf den judäischen Thron zu setzen. Unterdessen war der römische Weltbesitz von neuem unter ehrgeizige Männer verteilt worden, und die Republik steuerte mit Riesenschritten dem Kaisertum entgegen. Während Oktavianus die westliche Hälfte zugesprochen erhielt, wurde Antonius Beherrscher des Ostens. In dem großen Kampfe der beiden Rivalen wurde Antonius, der in den Armen der ägyptischen Königin Kleopatra ganz erschlafft war, bei