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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 346 (sequence 24)
Language
German
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346 Palästina im Widerstreit der Großrnäclite. Ztr. starb, stritten sieb um die Herrschaft in Judäa, wobei der Jüngere sich zum Werkzeug der in ihrem Ehrgeiz verletzten Sadduzäer machte, während der Altere den Einflüsterungen seines schlauen, selbstsüchtigen Hatgebers, des Idumäers Antipater, sein Ohr lieh. Die beiden Brüder brachten ihre Streitsache vor das Forum der Hörner, vor den damals im Orient weilenden Pompejus. Die dilatorische Behandlung der Angelegenheit durch Pompejus befriedigte den ehrgeizigen Aristobul nicht. Er leistete Widerstand. Pompejus zog gegen ihn heran, belagerte Jerusalem und eroberte es im Jahr 63. Judäa hörte auf, ein selbständiges Eeich zu sein; es wurde- Rom tributpflichtig. Hyrkan wurde Volksfürst und unter die Vormundschaft: des Antipater gestellt. Mit dem jüdischen Königtum war es zu Ende. Wir stehen jetzt in der Zeit schwerer Erschütterungen im römischen Reich, in dem sich unter harten Kämpfen der Übergang von der Republik zum Kaisertum vollzog. Alle diese Erschütterungen machen sich nun auch in dem kleinen Judäa bemerklieh und werden sehr energisch gefühlt. Aber auch die Gefahren der römischen Außenpolitik werfen ihren Reflex in das kleine jüdische Land hinein und machen es, wenigstens für eine kürzere Zeit, zu einer nicht unbedeutenden Figur auf dem politischen Schachbrett. Das alles wird uns in seiner ganzen Bedeutungsschwere erst klar, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß der ehrgeizige und ränkesüchtige Antipater die Förderung seiner selbstsüchtigen Pläne nur in einem rückhaltlosen Anschluß an Rom zu erreichen hoffen konnte. Noch mehr, als wie er selber, betreibt sein alsbald auf den jüdischen Thron gelangter Sohn Herodes eine antinationale Politik, deren verwerflicher Charakter durch Liebedienerei gegen Rom gekennzeichnet ist. War es Antipater gewesen, der die Einmischung des Pompejus in den Bruderstreit herbeigeführt hatte und dadurch zur Würde eines Reichsverwesers emporgehoben worden war, so war er es wiederum, der durch eine im rechten Augenblick einsetzende Hilfeleistung den zweiten der Triumvirn, Caj. Julius

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