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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 345 (sequence 23)
Language
German
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Palästina im Widerstreit der Großmächte. 345 eigentliche Entscheidungskampf zwischen dem Monotheismus des Judentums und dem antiken Heidentum wurde freilich auf dem Boden Palästinas selber ausgefochten. Den Anstoß dazu gab der syrische König Antiochus Epiphanes, der seine Hand gegen Judas Heiligtümer auszustrecken wagte. Den Wandel der politischen Oberherrschaft ließen die Juden über sich ergehen, von der Überzeugung erfüllt, daß in ihm der Wille der das Schicksal lenkenden Gottheit sich kundgebe. Sie hätten die syrische Herrschaft ertragen, wenn nicht Antiochus diese auch über die Herzen hätte ausdehnen wollen. Das Attentat auf Israels Religion rief die Makkabäer auf den Plan, die in furchtlosem Kampf gegen die gewaltige Übermacht dem Heidentum den Todesstoß versetzten, den Thron Gottes in der Welt wieder sicher stellten und für Palästina, das jüdische Volk, auch die politische Freiheit erkämpften. Freilich bewährte es sich auch hier wieder, daß Güter leichter erobert, als erhalten werden. Im ganzen währte die politische Unabhängigkeit nur 100 Jahre. Im Jahre 164 wurde durch die Makkabäer Jerusalem nach heißen Kämpfen erobert und der entweihte Tempel wieder gereinigt und geweiht, und im Jahre 68 — genau 100 Jahre später! — wurde Jerusalem durch Pompejus, den römischen Feldherrn, eingenommen und damit die Selbständigkeit Judäas untergraben. Rom war jetzt die gewaltige Großmacht, die die Geschicke Judäas bestimmte. Hoch über 130 Jahre seufzte Palästina unter dem harten Joch römischen Druckes und rücksichtsloser Ausbeutung, bis Judäas Schicksal als politisches Gebilde sich dauernd entschied. Von c^en Syrern bedrängt glaubten schon die ersten Makkabäer, in einem Freundschaftsbündnis mit dem mächtigen Rom einen Rückhalt und eine Gewähr für die durch Syrien immer wieder bedrohte Freiheit sich sichern zu sollen. Das war eine verkehrte Politik, aber doch immerhin nur ein bedauerlicher Irrtum. Was aber später durch die eigenen makkabäischen Herrscher geschah, das war Verblendung, Staatsverbrechen und Selbstmord. Zwei Brüder, Söhne der edlen Königin Salome Alexandra, die im Jahre 70 v. d. ü.

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