Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 338 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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338 Literarische Notizen. Literarische Notizen. Yon Rektor Prof. Dr. D. Hoffmann, Berlin. XXIII. In den Zusätzen, die man nach deutschem Minhag an manchen Sabbathen beim Schlüsse der Mussaph-Keduscha einschaltet, befindet sich zu שבת נישואין die von manchen, wie mir scheint, unrichtig erklärte Stelle ואיה מקום כבודו הולמו. Bär erklärt הולמו von הלום (hier), d. h. die Engel können nicht sagen: die Stätte seiner Herrlichkeit ist hier. — Nach dieser Erklärung scheint auch Sachs übersetzt zu haben: ״Sie kennen nicht den Ort seiner Herrlichkeit“. Nun bedeutet aber in Aboda sara 44a das Wort ״ הלםumschließen“. עטרה הולמתו heißt dort: Die Krone umschließt ihn, d. h. paßt ihm. Danach ist auch unser Satz zu übersetzen: ״Wo ist der Ort seiner Herrlichkeit, der ihn umschlösse“? Eine solche Erklärung hat wohl auch Hirsch im Auge, wenn er übersetzt: ״wo die zutreffende Stätte seiner Herrlichkeit ist“. XXIV. In dem Sabbath-Gesange, der mit מה ידידות beginnt, wird in der vierten Strophe eine Stelle aus dem Talmud (Sabbath 150 a) wiedergegeben, wo unter anderem erlaubt wird, am Sabbath mit einem Lehrer zu verabreden תינוק ללמדו ספר (ein Kind in der Bibel zu unterrichten). Da werden daneben die Worte hinzugefügt: למנצת בנגינות, was nach Bär sagen soll ״das Kind die Psalmen zu lehren“. Man begreift aber nicht, warum die Psalmen und nicht vielmehr die Thorah? Warum außerdem wird eine solche Bezeichnung für die Psalmen gebraucht? Richtiger dürften die Worte nach einer Talmud-Stelle in Nedarim 37 a zu erklären sein. Dort sagt R. Jochanan, daß der Bibel-Lehrer bloß für den Unterricht in den Neginoth Honorar annehmen dürfe* der Bibelunterricht an sich muß aber unentgeltlich erteilt werden. Nun gestattet Hagahot Mordechai sogar, dem Bibellehrer am Sabbath das Honorar zu bestimmen, und selbst R. Meir aus Rotenburg, der dies