Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 336 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Einiges zur Würdigung der religionsgesetzlichen Chalizah. Summe den Schaden zu berechnen und nachzuweisen, der ihr aus einer Verweigerung der zugesagten Chalizah erwachsen ist oder erwächst, zumal sie des rein religiösen Aktes zur Ab- Schließung einer neuen Zivil-Ehe gar nicht bedarf. Noch weniger dürfte ihr damit gedient sein, wenn der Richter ihr das Recht zuspräche, auf Kosten des säumigen Schwagers die Chalizah durch einen Fremden vollziehen zu lassen.״ ״Freilich nicht; doch wie ist da zu helfen?4״ ״Nun am Einfachsten dadurch, daß in dem Verpflichtungsschein eine ziemlich hoch zu bemessende und daher nicht leicht zu opfernde Geldsumme als Konventionalstrafe festgesetzt wird. Dieser Schein aber sollte gleichmäßig, in einer nach dem gegenwärtig gütigen bürgerlichen Rechte verbindlichen Form und in der allen verständlichen Landessprache abgefaßt sein. Ein gedrucktes Formular solchen Inhaltes müßte der Bräutigam einige Tage vor der Hochzeit von seinen Brüdern unterzeichnen lassen und mit ihrer von der zuständigen Behörde legalisierten Unterschrift den Angehörigen der Braut behändigen. Der die Trauung vollziehende Rabbiner könnte vorher rechtzeitig an die Vollziehung der Urkunde mahnen, brauchte aber bei derselben gar nicht mitzuwirken. ״Ihr Vorschlag gefällt mir sehr wohl. Doch Sie würden mir, vielmehr der Gesamtheit, einen Dienst erweisen, wenn Sie mir den Entwurf eines nach ihrer Ansicht verbesserten Chalizah- Scheins abfassen wollten. Ich würde denselben veröffentlichen und, wenn er bei unseren religiösen Autoritäten Billigung findet, für die Drucklegung der Formulare Sorge tragen.״ ״Gern wül ich Ihnen gefällig sein und übernehme Ihren Auftrag auch mit dem Wunsche, dadurch meine heutige unbedachte Äußerung über die von Ihnen gerechtfertigte Chalizah zu sühnen.״ Nach zwei Tagen schon übersandte der Assessor dem ihm wertgewordenen neuen Verwandten den nachfolgenden, unter Mitwirkung eines talmudkundigen Freundes ab ge faßten Entwurf eines Chalizah-Scheins: