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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 333

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 333 (sequence 11)
Language
German
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Einiges zur Würdigung der religionsgesetzlichen Chalizah. 333 Verachtung oder Beschimpfung ausdrücke2). Aber allerdings einen Mangel an besonderer Hochschätzung bekundet es, daher in unserem Falle Mangel derjenigen Achtung, welche die Ehegatten einander schuldig sind. Nun den soll es ja auch bedeuten. Der Schwager veranlaßt seine Schwägerin, öffentlich in seiner Gegenwart auszuspeien, und bekundet dadurch, daß er jedem Anspruch auf die besondere Achtung und Hochschätzung dauernd entsage. Nunmehr hebt die Witwe durch Aussprechen einer gleichfalls vorgeschriebenen Formel die Bedeutung des vorangegangenen Aktes hervor. So geschieht dem Manne (zur Beurkundung), daß er seines Bruders Haus nicht wieder auf bauen wolle. Sie fordert die Anwesenden auf, es laut anzuerkennen, daß in dem Familienhause einem der Schuh ausgezogen worden sei. Indem dieser Aufforderung entsprochen wird, ist die Verzichtleistung des einen Bruders und der ganzen Familie auf eine Vollziehung der Schwagerehe als unwiderruflich anerkannt und der Witwe das Recht zur Wiederverheiratung zugestanden.“ Als der würdige Redner geendet hatte, konnte es ihm nicht entgehen, daß seine schlichte Erklärung des Chalizah- Aktes auf seine Umgebung einen befriedigenden Eindruck hervorgebracht und manchen zu besserer Würdigung dieses vielseitig verkannten Gottesgebotes veranlaßt hatte. Man dankte ihm von **verschiedenen Seiten, gab aber gleichzeitig dem bei einer Hochzeitsfeier doppelt berechtigten Wunsche Ausdruck, daß die jüdischen Frauen ungeachtet der Sinnigkeit und Hoheit des Chalizah־Gebotes, davor behütet sein mögen, eines solchen * Aktes zu bedürfen. 2) Hiob 30. 10 haben die ,.armen Hungerleider״ gar keinen Anlaß, dem früher wegen seines Beichtums und seiner Mildtätigkeit so allgemein verehrten Hiob (vgl. Kap. 20) Verachtung zu bekunden. Sie empfinden Ekel und Abscheu beim Anblick seiner Wunden, sie entfernen sich von ihm aus Ekel, warten aber mit dem durch Ekel veranlaßten Ausspeien nicht, bis sie aus dem Angesichte Hiobs sind. — Jesajas 50, 6 mußte ausdrücklich hervorgehoben werden, daß das Ausspeien einen angetanen Schimpf bedeuten sollte.

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