Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 317 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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Glossen. 317 Anführung ihrer von Gott gesandten Führer, der Richter, immer wieder erwehren, und sie konnten das erst recht, als sie, unter kraftvollen Königen, wie Saul, David, Salomon zu einer Einheit zusammengeschmiedet, einen immerhin bedeutungsvollen Machtfaktor darsteUten, mit dem Bündnisse und dynastische Verschwägerungen einzugehen, auch den mächtigen Nachbarn erwünscht erschien. Nach den Zeitbegriffen, die wir im Völkörleben anwenden, dauerte diese Machtvollkommenheit nicht gerade lange. Den Todeskeim für Freiheit und Selbständigkeit senkte die Trennung des jüdischen Volkes in zwei Staaten in den Boden seines Lebensackers. Dabei aber hatte bereits wieder die Großmacht Ägypten trotz der Verschwägerung der Dynastien durch Salomos Heirat mit der ägyptischen Prinzessin in sehr verdächtiger Weise ihre Hand im Spiel. (Schluß folgt.) Glossen. Von Dr. Nathan Birnbaum, Zürich. Zur Weltkonferenz in Zürich. Man hörte die ״Weltkonferenz der jüdisch-orthodoxen Verbände“, die vom 19. bis 26. Februar in Zürich stattfand, auf der Tagung selbst zu wiederholten Malen als großes geschichtliches Ereignis, als Ausgangspunkt einer neuen jüdischen Epoche feiern. Vielleicht tun wir gut daran, solche heute leider allzuüblichen Superlative zu vermeiden, jedenfalls haben wir aber allen Grund, mit ihr zufrieden zu sein. Wenn bei den Verhandlungen sehr deutlich, ja fast überdeutlich die Neigung hervortrat, den Entschluß der Orthodoxie, auch ihrerseits gerade vor die ״Weltfriedensrichter“ hinzutreten, als das Bedeutsamste der Konferenz aufzufassen, so stammt diese Auffassung sicherlich aus einer geistigen Zone, die nicht die der überlieferungstreuen Juden ist. Ebenso können die auf Palästina bezüglichen Debatten und Beschlüsse — so er-