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Jeschurun · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 294

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 294 (sequence 72)
Language
German
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294 Einige Bemerkungen zu!Rabbi Meir’s Lehrmeiming. von dieser Oberbehörde ausgegangen. Keinesfalls ist aber für sie die alleinige־ Kompetenz des Beth-Din der Qaaderhalle erforderlich gewesen. Bestand die nicht mehr, so konnten diese und dergleichen Verordnungen von einer anderen, diesem Beth-Din sonst adäquaten Behörde, erlassen werden. Um dem jüdischen Volke eine solche Zentralstätte zu erhalten, begründete R. Jochanan b. Sakai das Beth-Din in Jabne, das eine Fortsetzung des großen Beth-Din in Jerusalem bilden sollte, des Beth-Din, das ja auch in Jerusalem während der letzten 40 Jahre vor dem Falle Jerusalems nicht mehr die Befugnisse des Beth-Din in der Quaderhalle besessen hatte. Insofern bildete das Beth-Din in Jabne eine gradlinige Fortsetzung des bisherigen Beth-Din in Jerusalem, dem es in seiner Zusammensetzung sowohl, wie auch in seiner־ Kompetenz vollständig gleich gewesen ist. Einige Bemerkungen zu Rabbi Meir’s Lehrmeinung. .אחריות לאר מערת כופר חרא Von Rabbiner Kaner, Hamburg. Rabbi Meir behauptet: die in Schuldscheinen fehlende Immobiliensicherheit ist kein Schreibfehler. Im Talmud babli Erubiu 13,2 ebenso Sotah 20,1 weist R. Ismael seinen Schüler R. Meir mahnend auf die Heiligkeit und die Verantwortlichkeit seines Schreiberberufes hin, daß er es bei seiner Berufsausubung nicht an der nötigen Vorsicht und peinlichen G-enauigkeit fehlen lasse. Dieser Besorgnis des Lehrers gegenüber hebt R. Meir seine außerordentliche Beschlagenheit in der massoretischen Schreibweise der heiligen Bücher und seine technische Erfahrung in der HersteBung widerstandsfähigen Materials hervor. Wir lesen daselbst: Es berichtete R. Jehudah im Namen Samuels von R. Meir: ״Als ich bei R. Akibah lernte, gab ich in die Tinte Vitriol, und mein Lehrer wehrte es nicht, als ich aber zu R. Ismael überging, fragte er mich: Mein Sohn, was ist dein Beruf; ich antwortete ihm; Schreiber. Da sagte er כ Mein Sohn, gib peinlich acht in dein6r Tätigkeit; denn dein Beruf ist ein himmlischer; du׳ könntest versehentlich einen Buchstaben hinzufügen oder auslassen und dadurch den sittlichen Bestand der Welt gefährden (siehe Raschi und Tossafoth zur Stelle). Ich erwiderte: Ich besitze ein Mittel, Vitriol, das ich der Tinte zusetze.“ Zur Erläuterung dieser Entgegnung,. die die vorsorgende Befürchtung des R. Ismael zerstreuen sollte, bemerkt der Talmud, er wollte damit sagen: ״Nicht nur, daß meine eindringendste Textkenntnis jeden Fehler bezüglich der יתרות und חסרות ausschließt, sondern mein Tintenzusatz von Vitriol schützt auch vor der gewaltsamen Buchstaben— Zerstörung durch Fliegen, die möglicherweise die noch frische Schrift des* “ד* durch Weglöschen der feinen Kopfstriche in ein "מר umwandeln könnten*״

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