Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 292 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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2g2 ^w־ei Kapitel aus dem neuesten Bande der ״Doroth Harischonim“. Kräftigung eines Synhedrion, unter den ungünstigsten Umständen zustande bringen. Denn er mußte der herrschenden Ansicht entgegentreten, daß der Synhedrialkörper lediglich innerhalb der Tempelquader halle Befugnis habe, außerhalb dieser Stätte verliere er aber seinen gesetzgebenden und gesetzentscheidenden Charakter und höre auf, Vertretung der Kation zu sein.“ In ähnlichem Sinne spricht sich auch Weiß II, 37 aus: ״R. Jochanan b. Sakai fand Gunst in den Augen des Feldherrn und er erhielt von ihm die Erlaubnis, seine Schüler um sich zu versammeln.“ ״Eine wichtige Frage entstand nun für ihn, ob nämlich das Deuerdings in Jabne begründete Synhedrion in allen Dingen dem früheren Synhedrion zu Jerusalem gleich zu achten sei.“ ״Denn woher sollte es die Gewalt und die Kompetenz herleiten, die jenes besessen hatte.“ ״R. Jochanan b. Sakai hatte aber erkannt, daß es zur Erhaltung des Gesetzes nötig sei, nunmehr außerhalb Jerusalems ein neues Beth-Din zu begründen, er setzte sich daher über Wortklaubereien hinweg und trug dem Bedürfnis seiner Zeit Rechnung“. ״Damit ward ein neues Prinzip kundgetan, daß nämlich nicht der Ort (gemeint ist die Quaderhalle) dem Beth-Din das Gepräge gebe, sondern umgekehrt das Beth-Din dem Orte, wo es gerade tagt.“ Der langen Rede kurzer Sinn ist bei Graetz sowohl, wie bei Weiß, hiermit die überlieferte Halacha ihres sinaitischen Ursprunges zu entkleiden. Denn wäre die überlieferte Deutung: רקנלת ועלית אל אטור יבחר ד5׳ בללכלד טוזחבלקדם גדרם sinaitisch, so hätte R. Jochanan b. Sakai es nicht gewagt, sich über sie hinwegzusetzen. Er hätte sich trotz aller Notwendigkeit nicht dazu entschließen können, im Gegensatz zu dieser Halacha außerhalb Jerusalems ein Synhedrion zu begründen, das mit allen Kriterien des großen Beth-Din in der Quaderhalle ausgerüstet war. Anders aber, wenn wir es hier mit ״Haarspaltereien“ aus einer späteren Zeit zu tun haben. Da konnte er über solche Haarspaltereien, wenn sie auch die bis dahin herrschende Ansicht repräsentierten, hinweggehen. Dazu gehörte bloß Mut, und den hat ja R. Jochanan b. Sakai besessen. Auch hier tritt Halewy diesen Hypothesen mit kurzen, dafür aber überzeugenden Argumenten entgegen. Graetz und Weiß, so führt er aus,, hätten Recht, wenn R. Jochanan b. Sakai das getan haben würde, was ihm von diesen Historikern angedichtet worden. Wenn er in Jabne ein Synhedrion errichtet haben würde, das in seinen Kompetenzen und in seiner Betätigungssphäre dem großen Beth-Din in der Quaderhalle gleichgesetzt war. Da diese Voraussetzung aber nicht zutrifft, so fällt damit auch der ganze Bau von Hypothesen, der auf ihr beruht, zusammen. Halewy erinnert an die Mischna Sanhedrin I, 5, in der all diejenigen Fälle angeführt werden, die unbedingt der Entscheidung des Sanhedrin der einundsiebenzig anheim gegeben werden mußten, ohne dessen Zustimmung sie nicht ausgeführt werden durften: ״Man darf einen Stamm, einen falschen Propheten oder den Hohenpriester nur durch das Gericht