Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 289 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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Zwei Kapitel ans dem, neuesten Bande der ״Doroth Harisehonim“. 289 Allein um jene Zeit war in Konstantinopel, wo ich"endlich anlangte, und das darüber zu entscheiden hatte, keine dem jüdischen Palästina freundliche Stimmung. Es war dies ein verhängnisvoller Fehler der damaligen türkischen Machthaber, die der alten von den Türken geübten Tradition untreu wurden, und sich dadurch die Sympathien der seit jeher dem türkischen Volke für seine ihr erwiesene Gastfreundschaft dankbaren Judenheit verscherzte. Diese Tatsache, obwohl sie nach Lage der Dinge uns praktisch gleichgültig sein kann, ist dennoch zu bedauern. Das aus dem Kriege neuhervorgehende türkische Keich wird zu den wenigen Staaten gehören, in denen keine Juden wohnen, Kack 400 jähriger wohlwollender Behandlung, die einem großen Teile der Judenheit von diesem Volke zu teil würde, wäre die Dankbarkeit der Juden, ohne die bedauerlichen Vorgänge in Palästina, eine unbegrenzte und ungetrübte. Aber auch jetzt muß das Urteil in der jüdischen Geschichte über das türkische Volk ähnlich lauten wie über Johann Hyrkan: אף על פי שחטא צדיק מעקרו היה das spätere Vergehen kann die Tatsache nicht auslöschen, daß es ein gerechtes Volk gewesen. Zwei Kapitel aus dem neuesten Bande der ״Doroth harischonim". Von Dr. Ph. Frankl, Halberstadt. Es soll sich in diesen Zeilen nicht um die Würdigung des neuesten Bandes des großangelegten Werkes דדררת דראעזוכים handeln. Der große Reichtum aD historischem Material nicht nur, sondern auch an historischen Ergebnissen, den dieser neue Band wie seine Vorgänger bietet, er wird die ihm gebührende Anerkennung vielleicht erst in einer späteren Zeit finden, einer Zeit, die nicht mehr völlig im Banne der Historiographie ist, wie sie seit Mitte des vorigen Jahrhunderts die Gemüter beherrscht hat. Es soll hier nur an der Hand zweier kurzer Kapitel gezeigt werden, wie der Verfasser echt historischen *Sinn mit genauer Kenntnis des in Betracht kommenden Materials verbindet, um so in klarer und überzeugender Weise zu zeigen, wie tendenziös die sogenannte ״voraussetzungslose Ge- 20