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Jeschurun · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 287 (sequence 65)
Language
German
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Yon Jafia nach Konstantinopel. 287 sein muß, zeigt uns der Bericht im Buche der Könige, daß sich zur Einweihung des Tempels alle Einwohner versammelten von dem Bache Ägyptens bis Hamat. Hamat selbst oder wie es heute genannt ist, Hama, ist am Ufer des aus dem Libanon entspringenden Orontes gelegen und gewährt durch seinen Wald- und Blumenschmuck einen herrlichen Anblick. Weit interessanter als diese Stadt ist der in der Talebene El Bekka zwischen Libanon und Antilibanon gelegene, durch die dort noch vorhandenen alten Trümmer berühmte Ort Baalbeck, der auf eine große Vergangenheit zurück blickt. Benjamin aus Tudela vermutet hier die im Buche der Könige I. Kap. 18,19 erwähnte Stadt ״Baalattt im Libanon, die König Salomo für die Tochter des ägyptischen Königs gebaut habe. Fest steht, daß sie einst eine der prachtvollsten Städte Syriens gewesen ist und in der griechischen und römischen Zeit unter dem Namen ״Heliopolis“ berühmt war. Als äußerster Punkt Syriens oder Arams gilt in der jüdischen Tradition die Stadt Aram-Zoba, das heutige Aleppo oder Chaleb, wo unser Zug fünftägigen Aufenthalt hatte. Auch hier machen der Bahnhof und die in seiner Nähe liegenden Straßen einen europäischen Eindruck, doch trägt die eigentliehe Stadt morgenländisches Gepräge. Ziemlich in der Mitte erhebt sich auf einem etwa 65 m hohen Hügel, die Stadt beherrschend, eine alte Feste mit einem 20 m hohem Turm. Eine alte Tradition führt die Gründung dieser Festung auf König David zurück. In der Tat gelangte Aram-Zoba in den Besitz des Königs David nach der Besiegung des Königs Hadareser. Die jüdische Gemeinde bewohnt einen eigenen Stadteil und ist nächst der von Bagdad die bedeutendste sephardische Gemeinde im Orient. Wann diese Gemeinde gegründet wurde, läßt sich mit Sicherheit nicht feststellen. Jedenfalls dürfte sie zu den ältesten gehören. Auch besitzt sie eine altehrwürdige Synagoge mit sehr interessanten Inschriften, die wohl die älteste der noch erhaltenen Synagogen der Welt ist. Aus den Berichten der Geographen Petachja aus Regensburg, Benjamin aus Tudela,

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