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Jeschurun · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 284 (sequence 62)
Language
German
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284 Von Jaffa nach Konstantinopel. erzählt, daß er Damaskus aufgesucht und 10000 Juden vorgefunden habe, an deren Spitze der Gelehrte R. Esra stand, der eine Autorisation von R. Samuel, dem Oberschulhaupte zu Babylon besaß. Fast um dieselbe Zeit weilte dort der Geograph Benjamin aus Tudela, und in seiner Reisebeschreibung ״Massaot“ bestätigt er im Wesentlichen die Angaben seines kongenialen Zeitgenossen, indem er noch hinzufügt: ״die meisten jüdischen Bewohner sind wohlhabend und gelehrt.״ In ähnlicher Weise äußert sich R. Moses ben Nachman in einem Briefe an seine Söhne über die Damaszener Juden. Etwa zweihundert Jahre später schrieb R. Obadja di Bertinora: ״Wie ich höre, wohnen in Damaskus viele reiche und angesehene Juden. Viele kommen hierher, um an den heiligen Stätten zu beten.״ Damaskus bildete also Jahrhunderte lang ein jüdisches Zentrum und hatte viele berühmte Männer in seiner Mitte wie R. Moses Alschich, R. Israel Nagara, R. Chajim Vital usw. Was mag wohl die Ursache des Verfalls dieser Gemeinde gewesen sein? Män hat sich heute daran gewöhnt, alle Krankheitserscheinungen, die am Körper des jüdischen Volkes in den Ländern der Diaspora sichtbar werden, in denen auch nur teilweise die Emanzipation durchgefuhrt ist, auf Assimilation zurückzuführen. Von dieser Krankheit waren die syrischen Juden bereits vor 400 Jahren befallen; sie wurde auch von den Größen der damaligen Zeit erkannt. Sie fanden auch die richtige Bezeichnung hierfür, indem sie diejenigen Juden, die in der Befolgung der jüdischen Religionsgesetze nur sehr lax waren, und sich mehr und mehr den arabischen Sitten und Bräuchen näherten, ״ מסתערביםArabisierte״ nannten. Durch die aus Spanien eingewanderten Flüchtlinge im Jahre 1492 erhielt freilich die Gemeinde einen Zustrom frischen Blutes. Doch war die Assimilation bereits so weit gediehen, daß ein Zusammenleben der sephardisehen mit den alteingesessenen Juden für die Dauer unmöglich war. Es trat eine Spaltung ein. Die dem Judentume treuergebenen Sephardim sonderten sieh von den Assimilanten ab und bildeten eine separate, selbständige Gemeinde. Die Trennung war eine

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