Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 283 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Jaffa nach Konstantinopel. 283 beherrschten Stadt hatte zur Folge, daß man sich stets in einem Völkergewühle befand und wie im Trubel lebte. Wenn aber die anderen Völkerschaften angeh origen zahlreichen Flüchtlinge das Leben der Stadt bloß während der Kriegszeit stark beeinflußten, so dürfte der dortige Aufenthalt der jüdischen Vertriebenen aus Jaffa und Jerusalem manche belebende Impulse der, im Zustande der Agonie sich befindenden jüdischen Gemeinde von Damaskus gegeben haben. Diese Tatsache ist von Bedeutung. Denn bei dem zu erwartenden Heranwaahsen eines neuen jüdischen Gemeinwesens in Palästina, dürfte es der Judenheit in dem benachbarten Damaskus Vorbehalten sein, eine ähnliche Bedeutung für das Judentum zu gewinnen, wie Alexandrien um die Zeit des zweiten Tempels. Darum darf uns das Schicksal dieser Gemeinde nicht gleichgültig sein, ganz abgesehen davon, daß die Wiederherstellung einer jüdischen Gemeinde, die eine Bevölkerung von etwa 20000 Seelen zählt und eine rahmreiche Vergangenheit hinter sich hat, schon an und für sich ein heiliges Werk ist. Was die Vergangenheit dieser Stadt betrifft, so braucht nur daran erinnert zu werden, daß außer Jerusalem fast keine Stadt in der heiligen Schrift so oft genannt wird wie Damaskus: Ganze Kapitel sind in den Büchern der Propheten der Be- Schreibung der engen Beziehungen gewidmet, die zwischen dem jüdischen Volke und den Einwohnern dieser Stadt von altersher bestanden haben. Die heiligen Schriften lassen auch mit ziemlicher Sicherheit vermuten, daß ein jüdisches Gemeinwesen schon in der Zeit des ersten Tempels bestanden hat. Daß aber ein solches während des zweiten Tempels existierte, ist eine feststehende Tatsache, und zwar scheint dieses seiner Zahl nach nicht unbedeutend gewesen zu sein, wenn Josephus die Zahl der allein vor dem Beginn des jüdischen Krieges den von den griechischen Bewohnern dieser Stadt veranstalteten Massakres zum Opfer gefallenen Juden auf 10000 beziffert. Eine viel größere Bolle spielte die dortige Gemeinde im Mittelalter. Der bekannte Geograph Petachja aus Begensburg