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Jeschurun · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 278

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 278 (sequence 56)
Language
German
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278 Mischna Sabim V, 12 historisch begründet. würden. Denn vop. einem dünnen Wasserlauf kann ja hier nur die Rede sein, da Jesus den Fluß doch als Reinigungsbad, den er selbst für seine Reinigung benutzt habe, anerkennt. Also sollen die Tiere in diesen Wasserläufen verfaulen und sie verpesten! Solches Verfahren sollte man in dem wasserarmen Palästina geübt haben! Nun kommt noch dazu, daß zur Zeit des Tempelbestandes keine Schweinezucht in Palästina,, sicherlich nicht in der Nähe Jerusalems existierte, die seit dem Bruderkriege zwischen Hyrkan und Aristobul (66 v.)r wegen der Verhöhnung, mit der die Belagerer die Belagerten beleidigten, unter Bannandrohung verboten war (Sota 49b). Der Herausgeber scheint auch an dieser Stelle Anstoß genommen zu haben und bemerkt zu der griech. Übersetzung מhineingeworfen“ in Parenthese ״oder hineingefallen״, das könnte auch bei Flüssen passieren. Aber die ganze Übersetzung beruht nur auf Unkenntnis der aramäischen Textesworte•, dort war jedenfalls zu lesen חיזרי וכלבית d. h. Schilf oder Dorngestrüpp und Kilboth, (eine Art kleiner Fische, vgl. Ab. Sara 40a)y Beweise für den sumpfigen Bestand des Wassers, daraus hat nun der Übersetzer חזרי וכלבים gemacht und es zu der Groteske gebracht, daß man Hunde und Schweine in die Wasserläufe geworfen1). Was nun der Wasserlauf betrifft, so scheint hier auch der Übersetzer den Text nicht verstanden zu haben. Die Räumlichkeiten, in denen sich die Tauchbäder mit dem stehenden Wasser befanden, werden oft als מערות, Höhlen, bezeichnet (vgl. z. B. Mischna Mikwaoth IV, 4 und viele andere Stellen) daher das Wasser מי מערה; einmal finden wir die Bezeichnung מגירה (Tosephta Mikwaoth I, 4), מעשה במגורה של דיסקוס was wohl auf dem dialektischen Unterschied in der *) Ein ähnlicher Übersetzungsfehler bietet uns das in dem Evangelium gebrauchte Bild von den Perlen vor die Säue werfen. Hier ist auch חזרי mit חזירי verwechselt worden. Es ist dies das an manchen Talmudstellen gebrauchte Wort ״ .שקיל טיבותך ושדי אחזריNimm dein Gutes oder deine Schätze und wirf sie in die Domen“. Es soll sagen: Du kommst zu spät, dein Bat ist durch die Zeit überholt, oder: ich bedarf deines Bates nicht mehr, den hat mir schon ein anderer gegeben.

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