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Jeschurun · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 276

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 276 (sequence 54)
Language
German
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276 Miscima Sabim V 12, historiscb begründet. In der von D. E. Preuschen herausgegebenen ״Zeitschr. für die neutest am. Wissenschaft 9. Jahrg. 1908 veröffentlichte dieser ein Oxyrhynchos-Fragment *) das von einer angeblichen Begegnung Jesus mit einem Hohenpriester im Tempel erzählt* wobei sich ein Gespräch entspann, aus dem wir folgendes auszugsweise hier wiedergeben. Der Priester wirft Jesus vor, daß er mit bestaubten Füßen und unrein das Heiligtum betreten und dem Verbote die heiligen Geräte anzuschauen, zuwiderhandle. ״Du also, spricht jener, der du hier im Tempel bist* bist rein?“ ״Ich bin rein, antwortet der Priester, denn ich habe mich in dem Davidsbecken gewaschen usw.“ ״Der Heiland antwortet: Wehe, ihr Blinden, die ihr nicht seht! Du hast dich in diesem Leitungswasser gebadet, in der Tag und Nacht Schweine und Hunde hineingeworfen werden (oder hineinfallen, Anm. des Herausgebers), du hast deine äußere Haut abgeputzt und weiß gewaschen, was auch die Dirnen und die Flötenspieler tun, die sich salben usw.“ ״Ich aber und meine Jünger haben uns gebadet in den lebendigen Wassern, die von Jerusalem ausgehen״. Dieses hochinteressante 8, 8 und 7, 4 cm große Pergament־ blättchen ist sehr bedeutungsvoll für die Lösung unserer Frage und heißt uns die Notwendigkeit der genannten Verordnung erkennen. Der Herausgeber nimmt das 4.—5. Jahrh. für dessen Alter in Anspruch; der Inhalt muß aber bedeutend älter sein. Der Verf. kennt noch manches aus den Vorgängen und von den Einrichtungen im Tempel, aber nicht aus eigener Anschauung, sondern nur vom Hörensagen, denn er mischt Wahres ג) In*der Nähe von Oxyrchynchos, einem kleinen 200 km südlich von Kairo am Bande der lybischen Wüste gelegenen Orte werden von den Engländern Bemh. Grenfeld und Arthur Hund Ausgrabungen vorgenommen, die große Schätze alter Literatur, griechischer, römischer* orientalischer zutage gefördert haben, die jetzt unter dem Titel Papyri Oxyrhynchos in aufeinander Folgereihe erscheinen. Zu diesen Funden gehört auch das vorliegende Fragment.

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