Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 256 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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256 Mnss&rb emerkungen znr Zeitgeschichte. Und die vierzehn Punkte sind durchweg zugeschnitten auf die Bedürfnisse und Wünsche der mit ihm verbündeten Völker, sollen manchen von ihnen, die nur um des Landgewinnes in den Krieg eingetreten sind, ihre Kaubgelüste befriedigen. Doch wir wollen durchaus unterstellen, daß es Wilson damit Ernst war, für die widerstreitenden Interessen der beiden Mächtegruppen einen Ausgleich zu suchen und daß sein letztes Ziel die Errichtung des Völkerbundes war, für den er aus dem edlen Bestreben, die Kriege in Zukunft unmöglich zu machen, mit Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit kämpfen wollte. Was aus den 14 Punkten im Friedensentwurf von Versailles geworden, ist bekannt. Es ist das ja bis zum Überdruß hervorgehoben worden. Es genügt auf die Erklärung des Wortführers der Mitglieder der anierikanischen Friedensdelegation, die Wilson ihre Ämter zur Verfügung gestellt, hinzuweisen, in der es von Wilson heißt: ״Ich habe zu den Millionen von Menschen gehört, die unbedingtes Vertrauen zu Ihren Führereigenschaften hatten und die glaubten, daß Sie nur einen Dauerfrieden, der auf selbstloser und unparteiischer Gerechtigkeit aufgebaut wäre, annehmen würden. Nun aber hat unsere ]Regierung eingewilligt, die leidenden Völker neuen Unterdrückungen, neuer Freiheitsberaubung und neuen Zer- Stückelungen auszuliefern. Ein neues kriegerisches Zeitalter ist eingeleitet. Ich habe jetzt das sichere Gefühl, daß ich im Dienste dieser Regierung in keinerlei Weise dazu beitragen könnte, eine Neuordnung in der^ Welt aufzurichten.“ Und eine bedeutende amerikanische Wochenschrift ״Nation*, die früher in enger Beziehung zu Wilson stand, schreibt noch deutlicher: ״Die Geschichte wird uns vielleicht einmal sagen, wie die Verantwortlichkeit für die Beschlüsse von Versailles unter die teilnehmenden Staatsmänner zu verteilen ist. Gewiß darf keiner, der an den Beratungen der Friedenskonferenz Anteil hatte, ohne Tadel ausgehen. .Wir glauben aber nicht zu irren, daß die Geschichte der Hauptschuld Woodrow Wilson zuschreiben wird. Mehr als irgendeinem Manne, der je gelebt