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Jeschurun · 1919-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1919) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 247 (sequence 25)
Language
German
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Mussarbemerkangen zur Zeitgeschichte. 247 das alles mag hingehen; um was es sieh dreht, ist die Frage:: Trägt die Hauptschuld an der Katastrophe, die der Ausbruch des Weltkrieges darstellt und an dem Schrecklichen, was für die ganze Kulturwelt seine Verlängerung gebracht, Deutschland allein? Oder soll es immer so sein, daß derjenige, der täppisch losschlägt als der einzig Schuldige gelten muß, diejenigen aber, die ihn umstellt und die gehetzt und geschürt, als frei von Fehlern sich bezeichnen dürfen? Also es ist nicht wahr, das Frankreichs Revanchegedanke ein gerüttelt Teil mit an der Schuld trägt, der Revanchegedanke, den doch auch Harden sicher so oft verurteilt hat. Man vgl. nur seinen Aufsatz ״Kikeriki“. Ein Revanchegedanke, der auch durch die Annexion Elsaß-Lothringens in den Augen Hardens nicht gerechtfertigt erscheint. In seiner Zeitschrift ist der Brief Carlyle’s an die Times wiedergegeben: ״Keine Nation hatte je einen so schlechten Nachbarn, wie ihn Deutschland in Frankreich während der letzten 400 Jahre hatte. Es gibt kein mir bekanntes Naturgesetz, kein Gesetz eines Parlaments, das Frankreich allein von allen irdischen Wesen das Recht gibt, nicht irgend einen Teil seines Raubes wieder herzugeben, wenn die Eigentümer, denen es entrissen wurde, die Gelegenheit dazu haben. Niemand außer Frankreich selbst kann es glaubhaft sein, daß es ein solches Naturgesetz gibt.“ Doch wozu in der Vergangenheit stöbern. Vor wenigen Wochen am 10. Mai 1919 richtete Harden an Clemeneeau die Worte: ״Sie allein erlebten den Rachekrieg. Den hatten Sie gewollt, ersehnt. Wenn all die Männer, die Sie an diesem Tisch umringen, vor Gottheit und Menschheit beschwören können, daß sie den Krieg nicht gewollt haben, Georges Clemeneeau darf diesen Schwur nicht auf sein Gewissen nehmen. Wird auch nicht. Brauche ich Sie an all die unfreundlich heftigen Worte, die Sie gegen Deutschland geschleudert haben, an all Ihre Mahnrufe zum Sühnkrieg zu erinnern? Sogar dem traurigen Ritter Bonlanger haben Sie, weil er das Schwert Ihrer Hoffnung werden zu können schien, sich für ein Weilchen gesellt. Und als Ministerpräsident im März 1907 den General Baillond um-

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