Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 246 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Mussarbemexkungen zur Zeitgeschichte. 246 bringen wollen, weil er ein Eingreifen der Großmächte, vor allem Englands hätte fürchten müssen. Und es ist mir nicht bekannt. daß Harden je gegen den Plan, ״das in aller Geschichte vorgangslose Staatsverbrechen“ zu begehen, gemeint ist die Verletzung der Neutralität Belgiens, früher einmal protestiert. Und dieser Plan war doch ihm genau so bekannt, wie jedem, der die Kriegsliteratur vor 1914 verfolgte. Das ״Vorgangslose Staatsverbrechen“, das sagt Harden, der doch in der Geschichte, wie wenige bewandert ist. Er weiß nichts mehr davon, wie die Engländer mitten im Frieden die dänische Flotte überfielen, nichts vom Opiumkriege, von den vielen Staatsverbrechen, die die meisten Kriege einleiteten. Jedenfalls hat er auch in den ersten Wochen des Krieges das Verbrechen nicht so schwer empfunden. Daraus soll ihm wahrlich kein Vorwurf gemacht werden — wer war denn damals in beiden Lagern seiner Sinne mächtig. Aber er müßte doch in Erinnerung daran auch jetzt seine Worte wägen. Wenn er die Doppelzüngigkeit geißeln wollte, mit der man später in Deutschland dem unzweideutigen Versprechen Bethmann-Hollwegs, Belgien völlige Genugtuung zu geben, immer wieder auswich und die eine Hauptursache für die Verlängerung des Krieges war, dann wäre er im Hecht. Was er immer nur von der Schuld, die Deutschland im späteren Verlauf des Krieges auf sich geladen, erzählt, das wollen wir hinnehmen. Obwohl er auch hier nur alle Schatten auf die eine Seite wirft und die mannigfachen verbürgten Untaten vergißt, die von den anderen begangen wurden. Ist ihm das alles nicht bekannt, der doch so vorzügliche Verbindungen hat, wo selbst mir von Augenzeugen Furchtbares berichtet wurde. Und noch eins, die Feinde, vor allem die westeuropäischen Mächte waren ja während des Krieges fast nie im Feindesgebiet und auch die Russen nie auf die Dauer in solchem Gebiet, das sie nicht für immer an sich zu fesseln hoffen durften. Sie können gut reden von dem, was sie in der Verwahrlosung,., die der Krieg mit sich bringt, nicht getan, was sie, die von der Hungerblockade und dem Mangel an Rohstoffen nie betroffen, nicht requiriert. Doch