Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 199 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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Ist der Minhag, daß Frauen nicht גובלל benschen, berechtigt. 199 Ist der Minhag, daß Frauen nicht גומל benschen; berechtigt? Von Rabbiner Dr. M. L. Bamberger in Schönlanke. Im letzten Hefte des Jahrgangs 1918 des Jeschurun habe ich die Frage der Entstehung falscher Minhagim behandelt, und kam dabei zu dem Resultate, daß man nicht jeden uns falsch erscheinenden Minhag als solchen ansprechen dürfe, daß oft die Gründe für einen Minhag uns unbekannt sind, und man sich deshalb hüten müsse, einen Minhag zu ändern. Durch einen praktischen Fall, eine an mich herangetretene שאלה, wurde ich veranlaßt die Frage, ob Frauen nach einer überstandenen Lebensgefahr גומל benschen müssen, zu prüfen. Ich erinnerte mich, gehört zu haben, daß in Amsterdam — vielleicht auch in andern holländischen Gemeinden — Frauen nach der Entbindung in der Frauensynagoge גומל benschen, nachdem der Gatte zur Tora gerufen wurde. Deshalb habe ich auch in vorliegendem Falle entschieden, daß die Frau גומל benschen solle. Wieso kommt es aber, daß bei uns in Deutschland und in andern Ländern diese Pflicht, selbst in den strengfrommsten Kreisen, von den Frauen nicht erfüllt wird? Hat dieser Minhag Berechtigung oder nicht? Weder in den beiden Talmuden, noch in den älteren Dezisoren findet sich eine Bemerkung darüber, daß Frauen von dieser Verpflichtung befreit sind. Wohl könnte man entgegenhalten לא ראינו אינו ראיה, aber ebensogut könnte man an die Worte des Rambam denken (Mischna Menachoth V, 1). ודיני הציצית והתפילין והמזוזה ועגין מלאכתן והברכות שחייבין ,לברך עליהן . . . והמשנה לא דברה על אלה המצות דבר מיוחד לכלול דיניהן . . וסבת זה בעיני לפי שהיו הדברים האלו מפורסמים בזמן חבור המשנה והיו ענינים ידועים ונהוגים ביד כל העם פרט וכלל ואין ענין מהן נפלא משום אדם וע״ב לא ראה לדבר בהן כמו שלא הסדיר התפלה ר״ל נוסחה ואיך יתנהג שלית ציבור לפי שהיה מפורסם ולא.חברו בזה סדור. (Vgl. הקדמה zum שארית יוסף v. R. Josef ibn Verga), daß dies demnach keines besondern Hervorhebens bedurft hätte. Die Annahme, daß Frauen