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Jeschurun · 1919-03-01 · Heft 3-4 (März 1919) · p. Seite 186

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 3-4 (März 1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 186 (sequence 68)
Language
German
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186 Die Josephserzählung. sogenannte Motiv fast vergißt, hier nicht näher eingehen und erst recht nicht auf eine ganze Reihe weiterer Erzählungen, die genauer kennen zu lernen, ick mich bemüht habe. Mir lag nur daran, zu zeigen, daß diese ganzen Theorieen von Wandermärchen usw. ohnehin mit der größten Vorsicht auf־ zunehmen sind. Auch das ägyptische Märchen von den zwei Brüdern, das man früher als ein mehr oder weniger wirres Durch- und Nebeneinander verschiedenartigster Märchen angesehen hat, wobei diese sich gegenseitig beschädigten — so noch F. von der Leyen, Das Märchen 1911 Quelle & Meyer. Wissenschaft und Bildung No. 96 S. 87ff. —, erweist sich der neuesten Forschung als eine in sich vollendete künstlerische Einheit. ״Nur daß diese Einheit nicht in bunten Bilderreigen an sich sondern dahinter liegt“ (Schneider a. a. O. S. 258). Was Gunkel gegenüber gilt, ist mit womöglich noch größerem Nachdruck gegen P. Jensen zu sagen, der in seinem Buche Das Gilgameseh-Epos in der Weltliteratur 1906 S. 255 meint: ״Ischtar erhebt die Augen zur Schönheit Gilgamesehs und bittet ihn um seine Liebe mit den Worten: מWohlan Gilgamesch, buhle mit mir, schenke mir Deine Leibesfrucht“. Aber er weist sie zurück und ruft ihr die früher von ihr Geliebten ins Gedächtnis, die sie unglücklich gemacht habe, und nennt dabei als letzten Isehulanu, den Gärtner ihres Vaters. Auch dieser hatte wie er ihre Liebe verschmäht und war dafür ״irgendwie festgesetzt“ worden. Daß die Potiphar- Erzählung dieselbe Geschichte ist, wie die Ischtar-Episode im Gilgamesch-Epos, bedarf wirklich keiner Erörterung. Fraglos stellt sich die Potiphar-Geschichte als ein Absenker der babylonischen Gilgamesch-Episode dar“. Jensen zieht nun aber, ganz abgesehen davon, daß er die eben betonten methodischen Gesichtspunkte leider bei seinem ganzen Buche vollkommen außer acht läßt, für die Zwecke seiner Gegenüber- Stellung nur das aus, was ihm für die Begründung seiner Theorie brauchbar erscheint1). So wird S. 255f. verschwiegen, ג) S. 332 schreibt Jensen (vgl. auch Jeremias a. a. O. S. 334): ״Der Sinn der Anklage wird ähnlich sein wie bei Potiphars*Weib: er hat mich

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