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Jeschurun · 1919-03-01 · Heft 3-4 (März 1919) · p. Seite 185

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 3-4 (März 1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 185 (sequence 67)
Language
German
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Die Josephserzählttng. 185 auf den 8. und 9. Gesang, der von Sijawuseli und Sudabe, und sodann von dem Untergang des Sijawusch erzählt, gilt in vollem Umfange, was *Graf Schack von der Dichtung im allgemeinen rühmt: ״Alle Zweige und Ranken des riesigen Sagenbaums, aus einer Wurzel hervorgegangen und zu einer Krone verwoben, stimmen bald in süßem Geflüster, bald mit mächtigem Sausen zu einem vollen Chore zusammen״ (I S. 85). Die Unschuld des Sijawusch ergibt sich dem König sehr schnell in der einfachsten Weise: ״Es war ihm wohl bewußt, daß Sudabe, die schön gehüffcete, von Rosenöl und Moschus düftete, und an dem Dufte hätt’ er gleich gespürt, wenn Sijawusch die Sudabe berührt“. Wie sich dann aber Sudabe mit einer Zauberin berät, von neuem den Baum der Rache arglistig pflanzt, wie der König die Sache untersucht, Sijawusch durchs Feuer geht, seine Unschuld taghell erweist und schließlich bei seinem Vater die Begnadigung Sudabes erbittet, das möge der Leser selber in der herrlichen Nachdichtung Schacks lesen. Siegreich geht der Reine aus allen Prüfungen hervor, die Sudabe über ihn zu bringen weiß, aber schon sind neue Netze für ihn gewoben. Schließlich findet er, nachdem ihm das Glück noch einmal zu lächeln schien, den Untergang. Unter den Streichen von Mördern, die der Schah entsendet, fliegt sein Haupt vom Rumpfe. Und wieder vollkommen anders geartet ist die ergreifende Erzählung von dem Prinzen Kunala, der diesen Namen trägt, weil er so schöne Augen hat wie der Vogel Kunala. Eine der Königinnen, der Frauen seines Vaters, will sich an ihm rächen für die Zurückweisung, die ihr zuteil wird. Sie bewirkt seine Entsendung in die weite Ferne und erläßt dorthin einen mit dem listig entwandten Elfenbeinsiegel des Königs Unterzeichneten Befehl, dem Prinzen die Augen auszureißen. Niemand gewinnt es über sich, an die herrlichen Augen Hand anzulegen. Der Prinz setzt selbst Belohnungen aus für den, der den Befehl des Königs zu voll־ ziehen bereit ist. Endlich findet sich einer usw. Ich kann auf diese Geschichte, die so sehr kennzeichnend ist für die buddhistische Weltanschauung, daß man darüber das angebliche 13

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