Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 181 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzahlung. 181 Zusammenhangs, in dem er sie ausspricht, durchaus nicht jenen engeren Sinn hat. Um das einzusehen, brauchen wir nur an den entsprechenden deutschen Ausdruck zu denken, der trotz seiner allgemeinen Bedeutung gleichwohl in ähnlichem Zusammenhang wie in der gen. Stelle gar nicht anders gedeutet werden könnte, als er dort genommen werden muß. Hier sind die beiden Wendungen vorzüglich an ihrer Stelle, sie entsprechen dem unmittelbar vorangehenden ירם ירם. Und auch ihre Reihenfolge kann füglich gar nicht anderssein: der zweite Ausdruck' verhüllt noch mehr als der erste und ist noch allgemeiner gehalten. Nachdem Joseph den Antrag ט־הבדל עבלי entschieden zurückgewiesen hat, unternimmt es die Versucherin, ihn in mählich immer weniger fordernden Worten *zuletzt wenigstens zu einem bloßen Beisammensein zu bestimmen (nach einer Richtung hin ähnlich Jacob a. a. 0. S. 56: die Verführerin will es nicht so gemeint haben und korrigiert sich, indem sie das häßliche Wort in zwei barmlosere auseinanderzieht). Alle ihre Bemühungen bleiben ohne Erfolg. Es ist psychologisch überaus feiu, daß sie sofort wieder (v. 12) die erste Wendung gebraucht, als sie sich allein weiß und nunmehr Joseph nötigen zu können glaubt. Gunkel führt in der genannten Schrift S. 125 aus, daß die alten Völker für die Gefahren nicht blind seien, die gerade einem Jüngling entgegentreten: ״Der alte Vater hat sich etwa ein junges Weib genommen; da mag es geschehen, daß Jung und Jung aneinander Feuer fangen. Ein anderes Grundiaotiv weiß von einem Jüngling, der sich in solcher Versuchung standhafter erweist“. Wie steht es nun aber, ganz abgesehen davon, daß die von Gunkel behaupteten Überein- Stimmungen, wie wir gesehen haben, gar nicht statthaben mit der der Bibel angeblich am nächsten stehenden indischen ״Rezension der Potiphargeschichte“, die in den Märchen des Shomadeva Bhatta (Brockhaus, Sammlung orientalischer Märchen I 3 S. 104flf.; die Angabe bei Gunkel S. 422: I, 2 S. 59 ist entsprechend zu berichtigen) zu lesen ist. Man höre! Die Versucherin des Sundaraka wird folgendermaßen geschildert: ״die gräßliche Kalaratri, von furchtbarer Gestalt, mit zusammengewachsenen Augenbrauen, wild blickenden Augen, stumpfer und kurzer Nase, breiten Backen und aufgeworfenen Lippen, mit großen hervorstechenden Zähnen, langem, magerem Halse, hängenden Brüsten, dickem Leibe, plumpen geschwollenen Füßen,