Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 179 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählung. 179 wohl recht, wenn er auf Grund der Sprache der Denkmäler (vgL aber auch Ezech. 2320 und dazu Midr. Abkir bei Jalkui § 146 und Tanch. Jel. ed. Epstein S. 79) zu dem Ergebnis kommt, daß die Ägypter und namentlich die ägyptischen Frauen auch in jenen alten Zeiten vielfach so leichtlebig und leichtsinnig waren, wie sie es in der späteren Zeit nach den einstimmigen Angaben der Geschichteschreiber zweifellos gewesen sind. Und treffend hat Schneider a. a. 0. S. 259 hervorgehoben, daß Bata ״als Ideal etwas blaß geraten sei .... Seine formale Tugend, die keinen Beweis der Keuschheit gelten läßt als die Entmannung, entspricht den äußerlichen Sündenbegriffen der Zeit“. Nach der Lehre der Thora würde Joseph durch eine solche Verstümmelung, die nicht einmal an einem Tiere (Lev. 2224), geschweige denn an einem Menschen vorgenommen werden darf (b. Sabbat 110b), alles weniger als ein Gott wohlgefälliges Werk tun (Deut. 232) und nur eine Schuld auf sich laden. Wenn aber die Alten b. Sota 36 b (j. Horajoth 2,5 Gen. r. Kap. 87 und 98 Tanch. Jel S. 81, Midr. hag. S. 589 u. a. O.) zu berichten wissen, Joseph sei schon nahe daran gewesen zu straucheln, da sei des Vaters Bild vor sein Auge getreten, so ist diese Bemerkung außerordentlich fein: Joseph kennt Gott in erster Linie als den Gott seines Vaters. ״Keiner von den Leuten des Hauses war im Hause“ heißt es v. 11 in der Schrift. Aber ein anderer, einer der nicht zu diesen gehörte, war unsichtbar sichtbar zugegen, meint sinnig R. Mose hadarschan (Tossaphoth Sota a. a. 0. s. v. באתה). Der und der allein behütete ihn in der Stunde der Versuchung1). Daß Joseph diese schwerste Anfechtung siegreich bestanden hat, zeigt, wie sehr er in allem Wandel seines äußeren Geschickes der mit dem tiefsten Glauben und der ganzen Seele des Vaters verwachsene בן זקונים Jakobs geblieben war. Wenn *) S. noch Lev r. Kap. 29, Jalkut Richter Kap. 44 und Psalmen Kap. 831, Midr. Tehillim ed. Rnber S. 368 11. v. a. O. Vgl. auch Buch der Jubil. 396f._ Kautzsch S. 105, Test. Josephs 3 S. 497. Nach einer anderen Überlieferung soll ihn der Mutter Bild vor der Sünde bewahrt haben: j. Horajoth a. a. O., Ber. r. a. a. O., Tanchuma ויטוב gegen Ende u. a. O.