Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 178 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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i78 Die Josephserzählung. Theorie, die man um jeden Preis der Bibel aufzwängen mochte, ist ein Milderungsgrund oder vielleicht besser eben keiner für eine solche Nachlässigkeit. Wie tief die Potiphargeschichte in der ganzen Josephs• erzählung verankert ist, und wie sehr hier alle Einzelheiten in der innerlichsten Übereinstimmung mit der ganzen Stellung, stehen, die Joseph im Hause Potiphars einnimmt, ja wie sie von selbst aus dieser, der Eigenart, der Verführerin und zu• gleich dem Charakter Josephs hervorwachsen, hat uns die Gegenüb er Stellung des ägyptischen Märchens und der Potiphargeschickte aufs neue bestätigt1). Ein fremdes Reis, das der Erzählung nachträglich aufgepfropft worden wäre, hätte nie und nimmer so vollkommen organisch mit ihr verwachsen können. Dazu kommt, daß, wie Proksch S. 383 und besonders Jacob S. 24f. richtig hervorheben, für Joseph besonders kennzeichnend ist die Gottesfurcht, die ihn in erster Linie hindert, (ואיך אעשה הרעה הגדולה הזאת וחטאתי לאלהים) der Versuchung zu folgen. Selbst Gunkel, der S. 426 in der Potiphargeschichte ein Einschiebsel erblicken will mit der Begründung, daß sie für Joseph wenig genug Charakteristisches biete, kann das S. 424 nicht leugnen und sucht nur sein Urteil durch die Feststellung herabzustimmen2), daß auch die ägyptische Sittlichkeit den Ehebruch für eine ״arge Sünde“ hält. Aber Heyes hat doch 4) Gunkel meint S. 426: »Die sehr glimpfliche Behandlung Josephs fällt um so mehr auf, als in den parallelen Erzählungen der angeblich beleidigte Gatte den Tod des Jünglings bewirkt oder wünscht“. Das hätte für Gunkel ein Beweis mehr sein müssen, wie wenig die Er- Zählungen im Grunde parallel gehen, zumal S. 97 gezeigt worden ist, daß die milde Behandlung Josephs auch an sich keineswegs auffällig ist und vielmehr in der vollkommensten Übereinstimmung mit der ganzen Darstellung der Schrift steht. *) S. auch Ebers a. a. O., S. 316, der die gleiche Tatsache ganz anders verwendet. Diese selbst erkennt im Grunde auch der Midrasch (Ber. r. Kap. 87) an in den denkwürdigen Worten חככיסח אותר מחדר לחדר * * עד שמעמידמ אותו על טלטתד! רמיתמ ע״ז שלד! חקרקד למעלמ מימהמ;רבטלמ סדין רכסתמ פכיד, א״ל יארח מדין אפד! כסי מי שכחרב עיני ה׳ מממ משרטטים בכל מארץ עאכ״ו.