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Jeschurun · 1919-03-01 · Heft 3-4 (März 1919) · p. Seite 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 3-4 (März 1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 176 (sequence 58)
Language
German
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176 Die Josepbserzähliing. 0. Proksch zu empfinden. Für deren angeblich ägyptischer. Ursprung weiß er nämlich neben der Gleichheit des Motivs des reinen Mannes gegenüber der unreinen Frau nichts anderes als dies anzuführen: ״Da Josephs Episode in Ägypten spielt, so ist der ägyptische Ursprung wahrscheinlich“. Mit einer solchen Methode ist nicht weiter zu rechten. Gunkel, der seit der dritten Auflage seines Kommentars einsehen gelernt hat, daß die ägyptische Erzählung mit der Potiphargesehichte ״keine besonders nahe Verwandtschaft“ zeige, — nur die aus den früheren Auflagen überkommene Überschrift des Kapitels. ״Die ehebrecherische Ägypterin. Quelle, Zusammenhang und Herkunft der Erzählung“ trägt noch in etwas die Spuren seiner früheren Auffassung, — nimmt nunmehr einen ganz anderen Standpunkt ein. Die Geschichte von der Verführung des Mannes durch das *Weib dünkt ihm ein Wandermärchen. Hatte er früher nur davon zu erzählen gewußt, daß sich auch bei den Griechen in der Sage von Hippolytos das gleiche Motiv finde, dem wir in der Potiphargesehichte begegnen, so hat ihn die inzwischen gewonnene Erkenntnis, die manchen Früheren wie z. B. auch Ebers (S. 315) längst vertraut war, daß nämlich ein ähnliches Motiv in zahllosen Erzählungen bei den verschiedensten Völkern wiederkehre, in seiner neuen Ansicht bestärkt. Neuerdings versucht er diese seine Theorie mit besonderem Nachdruck und in größerem Zusammenhänge in seiner Schrift: Das Märchen im Alten Testament, Beligionsgeschichtliche Volksbücher, II. Beihe, 23—26 Heft, Tübingen Mohr 1917, einleuchtend zu machen. Eine eingehende Kritik dieses Buches fällt allzusehr aus dem Bahmen unserer Abhandlung heraus. U. a. bietet aber gerade der hier behandelte Gegenstand ein kennzeichnendes Beispiel für die Art, in der dieser Gelehrte zu Werke geht. Bereits in seinem Genesiskommentar (3. AufL S. 422) meint Gunkel: ״Unter den mir bekannten Bezensionen scheinen der biblischen am nächsten zu stehen die indische von Sundaraka und die persische von Sija wusch, die in der Verwendung des Eieides mit der biblischen übereinstimmen“. In seiner jüngsten Schrift (S. 126)

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