Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 175 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzahlung.!75 ist nicht recht eigentlich die Herrin Josephs, sondern vielmehr nnr, wie die Worte 39g deutlich zeigen, die Gattin seines Gebieters. Auf andere unübertreffliche Feinheiten der biblischen Darstellung komme ich gleich noch zurück und übergehe auch noch einige weitere Punkte, bei denen die vollkommene Verschiedenheit in den beiden Erzählungen auch dem flüchtigen Deser sofort auffallen muß. Was aber überhaupt die ägyptische Erzählung recht eigentlich zum Märchen stempelt, ist nicht sowohl der hier wiedergegebene Teil, der zum mindesten in den von uns mitgeteilten Einzelheiten mit der Wirklichkeit sehr wohl übereinstimmen könnte, sondern der ganze Zusammenhang, in den sie eingestellt ist, ihre Fortsetzung und der, um mit Holzinger, Genesis S. 232 zu reden »von Mirakeln strotzende mythologisierende“ Schluß. Dieser lautet, — auch hier gebe ich nach Ranke nur einen im Vergleich zum Ganzen dürftig nüchternen Auszug —: Als der jüngere Bruder abends das Vieh in den Stall treibt, erzählen ihm die Kühe, daß sein Bruder hinter der Türe steht und ihn töten will. So flieht er, von dem Bruder verfolgt, eilends davon. Da betet der jüngere zum Sonnengott. Der läßt einen See entstehen, dessen Gewässer die beiden trennt. Als am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, erzählt Bata seinem Bruder den wahren Sachverhalt und entmannt sich vor seinen Augen zum Zeichen seiner Unschuld, dann zieht er fort in das Zedernthal. während der ältere heimkehrt, sein ungetreues Weib tötet und um seinen verlorenen Bruder trauert. — Es folgen mannigfache weitere Schicksale des Bata im Zedernthal und später am Hofe des Königs. »Im Umgang mit den Göttern muß Bata das Mittel wünschen, das in weiteren Leiden und Läuterungen ihn noch göttlicher macht. Ein Wunder gewährt es ihm, und nun geht es aufwärts durch alle Gestalten: Tier, Pflanze, Menschenkind undKönig zum Gott, dem Ziel aller Verwandlungen und Wiedergeburt“. H. Schneider, Kultur und Denken der alten Ägypter S. 259. Daß dieses Märchen doch eigentlich herzlich wenig mit der Potiphargeschichte zu tun habe, scheint letzten Endes auch