Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Die Josephserzählung. Suleicha, dem Werke seines Alters, das durch die treffliche Übertragung von Ottokar Schlechta-Wssehrd Wien, Karl Gerolds Sohn 1889 der deutschen Lesewelt erschlossen worden ist: Geprägt zu einem einzigen Stücke Geld, So schiens — war alle Schönheit dieser Welt; Sechs Lothe wog es! aber fünf von diesen Ihm waren sie, — ihm Joseph — zugewiesen (S. 19). Firdusi hat wohl hier aus der gleichen Quelle geschöpft, aus der die genannte arabische Sage geflossen ist bzw. diese selber vor Augen gehabt, nur daß er sie noch überbietet. Vielleicht geht diese ganze Form der Darstellung letzten Endes auf jüdischen Ursprung zurück; sie erinnert jedenfalls sehr an b. Kidduschin 49b: י׳ קבים חכמה וכר׳ י׳ קבים יופי ירדו לעולם מ׳ הטלה ירושלים ואחד כל העולם כולו וכר'. Auch S. 124f., 152f., 166, 185, 201f. und besonders 188f.: ״Daher der Keusche fortan Stirn und Wangen mit einem Schleier mußte überhangen .... Damit des Volkes Herzen nicht entbrannten in Erdengluten zu dem Gottgesandten und 191: Und ließ den Schleier von der Stirne gleiten, daß schwelgend in des Anblicks Herrlichkeiten und tief versenkt in seliges Betrachten, die ihn geschaut, des Hungers nicht mehr dachten“, künden den Preis seiner Schönheit. Hier wird offenbar auf Joseph, den ״Gottgesandten“ und Propheten — als ein solcher gilt er Firdusi wie dem Islam überhaupt — (s. aber auch die Targumim zu Gen. 4138, Ber. r. Kap. 90 und Jalkut § 148 zu Gen. 4145, Tanchuma ed. S. Buber I, S. 188 und 192 und Aggad. Bereschith ed. S. Buber. Krakau 1902 S. 137 Pirke de R. Elieser Kap. 39 u. a. O. Abraham wird ja einmal [Gen. 207] in der Bibel נביא genannt; der Talmud [b. Megilla 14a, s. auch Baschi z. St. u. a. O.] und Midrasch begreift die Erzväter überhaupt als Propheten) frei übertragen und nach einer neuen Seite hin phantastisch ausgemalt, was die Schrift Exod. 3429ff. und besonders 33ff. von Moses, dem größten der Propheten, berichtet. Unwillkürlich erinnert man sich auch dessen, was Baschi im bildlichen Sinne zu 3433 meint: כולא יזונו ד!כל כל דל ם דיד נרתן, דכלהוה und hier zu wörtlicher Bedeutung kommt. Möglich ist, daß das, was Talmud und Midrasch an zahlreichen Stellen im Anschluß an Gen. 4146 niid 4922 erzählen: עין שלא רצתד לזון ולידנות בלדבר שאינו שלא לא חשלום בדל עין דרע (b. Berachoth 20b, b. Sebaehim 108 a u. a. 0.), בשעד שיצא יוהך לנילוך עבר בכל ארץ בלצרים ודיו בנות כללכים כלציצות עליו וכו" אעפ״כ לא תלד עיניו ולא דביט בדן בלד שכר נטל על כך שנסתלקד בלבלנו עין דרע (Midr. hag. s. 630; vgl. Ber. r. Kap. 95) indirekt zu dieser Ausschmückung beigetragen hat. Pirke de R. Elieser Kap. 89 gibt das an letzter Stelle Mitgeteilte folgendermaßen wieder: ודיו בכות. נללכים בלצעדות על דהוכלד וכלשליכות עליו טבעות ♦ . אולי יסתכל בדן ולא שזפתו עין אדם. Firdusi, Jussuf und Suleicha a. a.- O. S. 125: Schön ist die Bose usw. erinnert an b. Sota 36b: וארד שפניו דוכלד לוורד (vgl. auch Testamente der 12 Patriarchen, Test. Jos. 19 bei E. Kautzsch, Die Apokryphen und Pseudo epygraphen, Tübingen 1900