Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1919-03-01 · Heft 3-4 (März 1919) · p. Seite 169

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 3-4 (März 1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 169 (sequence 51)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2292929-2292989-2292991--03459-2296736
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Josephserzählung. 169 legenlieit aussuchen. in der er sich nicht vom Fremden beob achtet weih. Aber die angebliche Parallele ist hier nicht einmal vorhanden. Joseph war ja von dem begehrlichen Weibe seines Herrn immer und immer wieder ״Tag für Tag“ (v. 10) versucht worden, also auch gewiß zu Stunden, in denen die beiden keineswegs allein im Hause waren. Erst als alle Yerführungskünste versagen, will sich die lüsterne Frau nicht mehr mit dem bloßen Worte der Überredung begnügen. Joseph an seinem Kleide anzufassen, das kann sie aber begreiflicherweise erst in einem Augenblick wagen, in dem sonst niemand anwesend ist. Man lese nur einmal die vv. 10 ff. im Zusammenhang. Sie stellen den eigentlichen Höhepunkt der Potiphargeschichte dar. Die jetzt nochmals wiederholten Worte: שכבה עמי erhalten durch die sie begleitende Zudringlichkeit nunmehr einen ganz neuen Nachdruck1). Das Weib Potiphars hofft endlich den keuschen Jüngling ihrem Willen gefügig zu machen. In der ägyptischen Erzählung ist es die außerordentliehe männliche Kraft des Jünglings, von der er soeben wieder eine besonders deutliche Probe abgelegt hat, —2) nach Chabab trägt er nicht weniger als 296 Kilogramm —, die die Liebe der Frau des Bruders wach macht3), während es Josephs ג) Philo, De Josepho ed. Cohn IV und Josephns H 45 lassen die .Frau Potiphars Gewalt anwenden. ״Die Leidenschaft verlieh ihr größere Stärke״. (Philo a. a. O.). Nach Buch der Oubil. (vgl. oben S. 1G5 Anm.) verschließt sie ihr Gemach. £תקפד של יוסן, eine spätere romanhafte an Sefer hajaschar sich anlehnende Bearbeitung der Josephsgeschichte Livorno S. 18 b läßt sie mit der freien Hand einen Dolch hervorziehen, den sie in ihren Kleidern versteckt hatte und ihn Joseph an den Hals legen. Der reißt sich erschreckt los. 2) Recherches sur les poids, mesures et monnaies des anciens Egyptiens p. 9,11; vgl. Maspero a. a. O. 3) Die Schönheit Josephs wird besonders in der arabischen Legende über alle Maßen gefeiert; s. z. B. v. Hammer-Purgstall, Auszüge aus Saalebi’s Buch der Stützen des sich Beziehenden und dessen, worauf es sich bezieht. Z. D. M. G. V, S. 183 und O. Dähnhardt, Natursagen zum A. T. Teubner 1907 S. 317: ״Die Hälfte aller Schönheit ist Joseph zuteil geworden, die andere Hälfte ist unter den Rest der Menschen verteilt worden״. Noch höher preist Josephs Schönheit Firdusi in Jussuf und 12

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.