Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 137 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2292989-2292991--03427-2296704- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Probleme der Pentateuch-Exegese. 137 bewohntes Land kam, was nicht gerade Palästina zu sein braucht; nach der anderen (P), bis es an die Grenze Kanaans gelangte. Letzteres stimmt zu Josua 5? 12“ (so Bäntsch). — Diese Ansicht vergißt zu erklären, was den Redaktor bewogen hat, solche zwei angeblich sich widersprechende Angaben nebeneinander zu stellen. Es ist daher mit den Kommentaren (Ibn- Esra, Seforno) zu erklären, daß im Transjordanlande das Manna nur so weit fiel, als die Produkte des Landes zur Ernährung des ganzen Volkes nicht hinreichten, und erst im Lande Kanaan hörte es gänzlich auf. Josua 5,12 berichtet ferner, daß das Manna erst dann ganz aufhörte, nachdem sie am zweiten Tage des Pesachfestes (an dem das Erstlings-Omer dargebrackt wurde, Lev. 23, 11) vom neuen Ertrage des Landes essen durften. Dies konnte hier in Exod. nicht stehen, weil die Thora nur die Geschehnisse bis zum Tode Moses erzählen will. Auch in c. 17 halten die Kritiker v. 2 als eine Dublette zu v. 3, der mit שם’ auf v. 1 Bezug nimmt und diesen fortsetzt. Indessen ist aus den Worten: ״Was hadert ihr mit mir, was versucht ihr den Ewigen?״, die Mose in v. 2 zum Volke spricht, zu schließen, daß die Wassernot nur zu befürchten, aber noch nicht eingetreten war, und das Volk durch seinen Hader nur Gott versuchen wollte. Aus v. 6 ist zu ersehen, daß der Felsen, aus dem Gott das Wasser spenden wollte, nicht in Refidim, sondern in der nächsten Station, zu Choreb, sich befand (wo Israel längere Zeit verweilen sollte). Israel sollte sich bis dahin mit seinem kargen Wasservorrat begnügen und auf Gott vertrauen, daß er ihm in der äußersten Not beistehen werde. Dies hatte Mose durch seine Zurechtweisung dem Volke angedeutet, daß es bis zum Eintreffen der göttlichen Hilfe Geduld habe. Anfangs hatte sich auch das Volk dadurch beruhigen lassen. Als sich aber ישם dort, in Refidim, bevor man zur nächsten Station aufbrach, der Durst nach Wasser beim Volke derart einstellte, daß dasselbe erneut zu murren anfing, und Mose fürchten mußte, vom Volke gesteinigt zu werden, wenn nicht sofort Hilfe einträte, da flehte er zu Gott um schleunige Rettung. Gott sprach darauf, Mose solle dem Volke bis nach 10