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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 116 (sequence 118)
Language
German
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116 Glossen- Begriff •teil•», etwa* zu tun*, ״wollen“. Außerdem begegnen wir in der פסיקתא רבתי Absehn. 5 (ed. Friedmann S. 21b) folgender Stelle: לבללך שקידש את בתו ועשה לה קידושין גדולים ושלמה בה עין דעה עבר ממלך להשיא את בתו• •Es ist klar, daß hier עבר nur den Sinn haben kann: als der König im Begriff stand, die Tochter zu verheiraten. — Demnach heißt auch in unserer Talmudstelle עובר לעפויתן: wenn man im Begriff steht, das Gebot za erfüllen. Natürlich fällt diese Erklärung sachlich zusaramen mit der von den Amer&im gegebenen, ergänzt sie aber in sprachlich einwandfreier Weise. S. Eppenstein. I₪illil!!iilii!il!lii!illli!llll Glossen. Ton Dr. Nathan Birnbaum, Wien. MpiMode• Seit in der Judenheit jener Biß entstand, der sie im Wesentlichen in zwei ungleiche Teile spaltete, in einen kleinen west, liehen mit Oberwiegen der Reform- und Assimilationstendenzen und einen großen Östlichen, in dem das alte Judentum, überlieferangstreu und volkhaft, dominierte, konnte kein Zweifel sein, daß die Entscheidung der Schicksalsfrage des jüdischen Volkes von der Kraft dieser seiner Mehrheit abhänge. Nichtsdestoweniger waren die ersten, die im neunzehnten Jahrhundert die Vertretung der jüdischen Interessen nach äußern und die Ausübung der Macht im Innern in Anspruch nahmen, die allerwestlichsten Juden, d. h. jene, die vom jüdischen Glaubens- und Volksleben kaum mehr der Sage nach etwas wußten. Es war wie selbst* verständlich, daß das ״jüdische“ Paris über die jüdische Welt von Warschau und Wilna bis Konstantinopel und Bagdad und daneben auch über die des mittleren Europa zu verfügen hatte. Als diese Unwahrheit schließlich doch zu wanken begann, geschah es vorerst nur zu Gunsten einer kleineren Unwahrheit. Mit dem Verblassen der Führerschaft des äußersten Westens traten nämlich die Kontouran einer deatschjüdische» Führerschaft immer deutlicher hervor. Diese konnte stärkere jüdisch• Akzente für sich geltend machen, — umsomehr als sie dureh das stetig• Einströmen echtjüdischer Elemente in den deutschjüdischen Bereich gekräftigt wurde. Aber angesichts der starken Jüdischkeit der große», ostjüdischea Massen war auch sie nicht der Ausdruck tatsächlicher Ve1\ hälfcnisse. Nun schien es ja vor dem Kriege. Ms ob sich endlich der Übergang der Führung auf die Ostjudenheit zumindest vorbereite. Allein der Krieg hat diese Entwicklung unterbrochen. Zunächst wirkte» die geistigen und materiellen Verwüstungen, die er im jüdischen Osten aariehtete. und dann noch mehr sein Ausgang. Wir stehen, wie di#

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