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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 112 (sequence 114)
Language
German
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1!2 Das neue Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft. beginnt, in dankenswerter Weise durch einen Teil der דגלכות ברכות ergänzt. Dem Text geht eine hterarhistorisch und sprachlich recht wichtige Einleitung voraus, und ihm folgen lehrreiche Bemerkungen, die, unter anderem, auch über die Komposition des ältesten nachtalmudischen halachischagadischen Werkes, der Scheeltot des R’Aehai Gaon, die diese Redaktion der ד!״פ bereits stark benutzt haben, das richtige Licht verbreiten. — Im Anschluß hieran sei die weitere Kreise gewiß interessierende Mitteilung geknüpft, daß vor einigen Jahren in den Besitz des Herrn Sassoon in London eine Handschrift des aramäischen Originals der ד!״פ gelangte, deren Herausgäbe durch den Verein Mekize Nirdamim bereits begonnen, durch den Weltkrieg jedoch unterbrochen wurde. Auf die Studie Epsteins über die sehr alte Halachasammlung folgt eine populärwissenschaftliche, aus Vortragen hervorgegangene Abhandlung von Salomon Stein-Schweinfurt über den Mann, dem wir die Sichtung und erste Ordnung unseres ältesten Halachawerkes, der Mischna, verdanken, über den Patriarchen Hillel. In ebenso eindringender Weise, wie fesselnder Form weiß der Verfasser, dem die Jahrbücher so manche belehrende Ausführungen zu danken haben, das Wesen dieses Tanna zu schildern, dem eine Neubelebung und Erhaltung des Thorastudiums in einer der schwersten Zeiten unseres Altertums zu danken ist. In seinen Darlegungen führt uns Stein den Patriarchen als Menschen, Gelehrten, Meister seiner Jünger und Führer seiner Zeit recht anschaulich vor Augen, wobei er mehrfach sich den Meinungen Isaak Halevjs ז״£יל in seinem דורות דזראמזוכים anschließt. Eine ganz besondere Würdigung verdient im Rahmen der Tendenz des Jahrbuches für!כבוד ד?תורד5 ולומדיד die Studie von L. Lewin-Kempen u. d. T.: Aus dem jüdischen Kulturkampf. Der Verfasser, der bereits sehr Verdienstliches für die Geschichte der Juden in polnischen Landen geleistet und hierfür in den Jahrbüchern reichliches Material geliefert hat, behandelt hier im wesentlichen die Stellungnahme des als großen Charif berühmten Rabbiners David Tewele in Lissa, der dort vor Jacob Lorbeerbaum, dem Verf. des חות דעת, amtierte, gegenüber Naftali Herz Wessely, der im Sinne von Moses Mendelssohn, veranlaßt durch das Toleranzpatent Kaiser Josefs H., sein bekanntes Sendschreiben u. d. T. דברי םלו0 ואמת zwecks Umgestaltung des Jugendunterrichts nach den Anforderungen der ,zeitgemäßen Kulturforderungen״ erließ. Wessely beabsichtigte, unter völliger Verkennnng der gegebenen Verhältnisse, ohne weiteres mit dem hergebrachten System der Erziehung der jüdischen Jugend zn brechen und den bisherigen Umfang der nationalen Studien möglichst zu beschränken. In ganz unberechtigter Weise erhebt W. gegen die bisherige Erziehungsmethode den Vorwurf, daß sie Belehrung über die Möralvorschriften ganz vernachlässige. Dieser Gefahr der Herabminderung einer Beschäftigung mit den nationalen Studien und der durch die seichte Aufklärerei zu befürchtenden

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