Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das neue Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft.!!ן neu entstehenden Mönchsorden, die nachher sogar hauptsächlich den Vernichtungskampf gegen die Juden predigten. Hervorzuheben ist besonders das 4. Kap. des Aufsatzes, in dem der Verf. recht anschaulich und im großen und ganzen zutreffend den Geistes- und Seelenzustand der Juden in ihrer durch Innocenz’ Bestimmungen geschaffenen Lage darstellt, dessen Gesamtbild ein für die jüdische Widerstandskraft glänzendes Zeugnis ablegt. An dritter Stelle bietet uns der durch mehrfache Arbeiten auf seinem Gebiete bekannte Mathematiker und Astronom, Prof. B. Cohn-Straßbürg, eine ebenso interessante wie lehrreiche Studie u. d. T.: ״Über unveröffentlichte Schriften jüdischer Astronomen des Mittelalters“. Ausgehend von der Anzeige eines von der portugiesischen Studienkommission herausgegebenen Werkes über die nautische Astronomie im Zeitalter der großen Entdeckungen, worin auch der Verfasser Joaquim Bensande die großen Verdienste der jüdischen Mathematiker und Astronomen Spaniens um die wissenschaftliche Schiffahrtskunde hervorhebt, würdigt Cohn besonders das astronomische Werk des durch sein Geschichtswerk ״Sefer Juchasin“ berühmten Abraham Zacuto, den nur handschriftlich vorhandenen חבור מגדול, der seinerseits aber schon viele Vorarbeiten auf diesem Gebiete voraussetzt. Eine reichhaltige Liste von namhaften Gelehrten auf diesem seit ihrer Teilnahme an den weltlichen Wissenschaften von den Juden stets bevorzugtem Gebiet, die ihre Tätigkeit auf der pyrenäischen Halbinsel und in der benachbarten Provence entfalteten, weiß uns der Verfasser vorzuführen, der zum Schluß das geringe Interesse an den auf mathematisch-astronomischen Kenntnissen beruhenden kalendarischen Fragen innerhalb der gesetzestreuen Fachmänner, angesichts wichtiger zeitgemäßer Fragen, mit Recht bedauert. Es folgt nun ein für die Geschichte der Halacha sehr bedentungsvoller Aufsatz von dem auf dem Gebiet der Literatur der ראשונים und der talmud. Philologie bestens bewährten J. N. Epstein, der uns ״ein Fragment der hebräischen Halachot P’sukot“ bietet. Bekanntlich rühren von dem berühmten Gaon von Sura, R’Jehudai Gaon, — dem der erste Artikel unserer ״Charakterbilder״ galt — Zusammenstellungen von Halachasätzen her, die eigentlich von seinon Schülern angelegt wurden, und zwar in dem damals allgemein gebräuchlichen ostaramäischen Dialekt der babylonischen Gemara. Diese מלכות פסוקות, aus denen sich im Laufe des 9. Jahrh. die uns in der Venediger und Berliner Mekize-Nirdamim-Ausgabe vorliegenden verschiedenen Rezensionen der sogen. מלכות גדולות entwickelten, wurden in ihrer ersten Fassung schon frühzeitig, also wohl schon im 8. Jahrh., in Palästina in das den dortigen Juden vertrautere Hebräisch, — allerdings mit stellenweiser Übernahme des aramäischen vPriginals — übertragen, wovon wir in den durch Schloßberg 1886 herausgegebenen, nach ihrem Anfangswort so benannten מלכות ראו ein beträchtliches, Fragment besitzen. Nun glückte es Epstein, in einer Oxforder Hs. ein weiteres Bruchstück dieses Halachawerkes aufzufinden, das die genannte Ausgabe, die erst mit מ4 שבת