Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 111)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das neue Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft. Das neue Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft. Von Dr. S. Epp enstein, Berlin. Mitten im Kriegslärm, der sonst die Tätigkeit der literarischen Vereinigungen ganz oder doch ziemlich stark beeinträchtigt, hat uns die jüdischliterarische Gesellschaft in Frankfurt a. M. nach kaum zweijähriger Frist einen neuen durch die Mühewaltung des Herrn Prov.-Rabb. Dr. Bamberger- Hanau zu Stande gekommenen Band ihres Jahrbuches geschenkt, den zwölften seit den 16 Jahren ihres Bestandes. Wenn wir hier in diesen der Lehre und dem Leben innerhalb des überlieferten Judentums dienenden Zeitschrift über dieses Buch berichten, 8a soll zunächst festgestellt werden, daß die Gesellschaft mit ihren bisherigen Veröffentlichungen den vollgiltigen Beweis erbracht hat, daß den streng auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums Stehenden keineswegs die ״Wissenschaftlichkeit“ fremd ist. Es brauchte zwar den durch unseren ״Jeschnrun“ orientierten Kreisen dies keineswegs erst bewiesen zu werden, doch aber sei es hier ausdrücklich betont, da erstkürzlich ein sich gern als ״magister Germaniae judaicae* aufspielender geheimrätlicher Professor die vom Berliner Rabbinerseminar vertretene Richtung, in deren Sinn die erwähnte Gesellschaft ja auch wirkt, als zum richtigen Wissenschaftsbetrieb nicht fähig erklären zn dürfen glaubte. Wenn allerdings ein solcher nur bei der sogenannten voraussetzangslosen, ungehemmten Kritik als möglich erachtet wird, dann freilich müssen die sich zur Überlieferung bekennenden Forscher auf die Ehre verzichten, in den Kreis der von jener Seite anerkannten zunftmäßigen Wissenschaftler anfgenommen zu werden. Gilt doch für da*, was wir ״Forschen“ nennen, noch immer die an das alte Profetenwoi r 'כי אל דעות ךל sich knüpfende Mahnung, daß nur das wahres Erkennen ist. was von der Anerkennung der alles regelnden göttlichen Allmacht zu dem Glauben an Sein ewiges Walten führt. Unter diesem Gesichtspunkt soll auch die in Deutschland recht eigentlich erst mit David Hoffmann כזליט״א beginnende wissenschaftliche Tätigkeit innerhalb des überlieferungstreuen Judentums gewertet werden, die, mit Ehrerbietung gegen das in unserer Tradition uns Gegebene, doch zugleich eine kritische Durchdringung und Darstellung seines Stoffes zu geben versucht, der allerdings die besonnenen und gewissenhaften Arbeiten eines Hirsch Chajuth ז״ל in Galizien vorangegangen waren. Dieses Programm echter und jüdischer Wissenschaft will die jüd.-literar. Gesellschaft verwirklichen, und darum sucht sie Arbeiten, die diesen Zielen dienen, zn fördern, hat sie das Erscheinen von Isaak Halevys, wie man sich auch dazu stellen mag, in vieler Beziehung die Tradition zu Ehren bringendes Werk לרדות חראכורכים ermöglicht, dessen Resultate großenteils anch von der zünftigen Wissenschaft anerkannt werden, hat sie ferner Hoffmann8 Rekonstruktion der ans der Akib&’schen Schule stammenden sogen. מכילתא דר״ט בן יוחאי herausgegeben und zuletzt die leider durch