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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 107 (sequence 109)
Language
German
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* Die Josephserzählung. 107 סריס an unserer Stelle jene vorausgesetzte Bedeutung habe. Wenn Gunkel a. a. O. weiterhin schreibt, ״viele hätten gefolgert, סריס bedeute hier nicht wie sonst Eunuch“, so ist diese Ausdrucksweise vollkommen irreführend. 2. Könige 25!9 befehligt ein סריס eine Heeresabteilung, und mehr als, ein Erklärer glaubt darum (s. auch Gesenius-Buhl Wörterbuch 16. Aufl.), daß das Wort dort wie an manchen anderen Stellen nicht Eunuch, sondern etwa Höfling, Hofbeamter, Kämmerer oder dergl. bedeute. Auch für unsere Stelle empfiehlt sich ohnehin diese Bedeutung. Delitzsch,Neuer Kommentar (S.445) macht geltend: Das auch babylonische und himjaritische סריס bedeutet mit Verwischung der Grundbedeutung auch überhaupt den Höfling wie umgekehrt das arabische den Diener und dann den Eunuchen bezeichnet. Dieser Sinn des Wortes wird an unserer Stelle m. EL durch 2. Könige 248 bekräftigt, wo Nebusaradan, der Oberste der Leibwache den Titel ״Diener des Königs von Babel“ führt. Da die Verschnittenen an den einen Vers, den auch der Talmud häufig in ähnlichem Sinne verwendet, (z. B. b. Kethuboth 13 a und bes. 65b). Neuerdings verweist Ehrlich, מקרא כפשוטו s. 107 auf ערכתי לו שולחן (b. Nedarim 20b). Zu Unrecht zieht er aber auch מקשטא ליד? תכא (Jebamoth 63b) heran; dieser Ausdruck ist ohne Zweifel nach Baschi z. St. zu verstehen, und Ehrlich selbst irrt, wenn er Raschi einen Irrtum vorwirft, sich für seine eigene Auffassung auf Aruch beruft und von einem Gegensatz zwischen diesem und Raschi spricht, der in Wahrheit nicht vorhanden ist. Dagegen wäre noch an Spr. 917: 0מים גנובים ימתקו ולחם סתרים יכע (vgl. Tanch. Jei S. 112) zu erinnern. A. Jeremias, Das Alte Test, im Lachte des Or. S. Aufl. meint S. 334: 896״ ist nicht vom folgenden zu trennen . . . Potiphar ist auf Reisen (v. 16). Nur die nötigsten Lebensbedürfnisse hat er mitgenommen. Das sagt der Vers״. Das sagt er nun aber jedenfalls nicht, und auch nicht die leiseste Andeutung davon ist in ihm zu finden. Gewiß können wir nur unterstreichen, daß 396 nicht von dem folgenden zu trennen ist. Aber das erlaubt doch nicht, die Dinge auf den Kopf zu stellen und später Erzähltes und dazu noch eine einzelne Episode in das früher Erzählte hineinzutragen. V. 6 berichtet von Josephs Stellung und stellt die letzte Stufe seiner Erfolge im Hause Potiphars dar; s. o. Die Worte "ולא ידע וגו erfahren dazu noch bei Jeremias eine Deutung, die sie in ihr Gegenteil verkehrt, auch einmal zugegeben, daß sie wörtlich zu nehmen seien.

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