Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 107)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählnng. 105 saehe auf ihn übertragen wurde. Die Schläge, die Gunkel vermißt, laßt Potiphax nach Sefer hajaschar (vgl. auch Die Test, der 12 Patriarchen, Test. Jos. 8 und 13, Apokryphen und Pseudoepigraphen von E. Kautzsch II. S. 499 und 500), beim ersten jähen Ausbruch seines Zornes Joseph erteilen, bis er durch das Kind in der Wiege und die Untersuchung durch die Priester eines anderen belehrt wird. Schließlich sei hier gelegentlich erwähnt, daß nach Buch der Jubil. 39g die Frau Potiphars die Haustür verschließt und Joseph faßt; der läßt sein Kleid in ihrer Hand, zerbricht den Riegel und entkommt. V. 10 stellt die Frau ihrem Gatten gegenüber die Sache genau so auf den Kopf wie in der Bibel, nur daß hier beide Momente hervorgehoben werden. V. 11 heißt es dann: ״Und der Ägypter sah das Kleid Josephs und den Riegel zerbrochen und hörte auf die Rede seines Weibes.״ Diese Ausmalung der Scene, die von der Voraussetzung ausgeht, daß Potiphar seiner Frau glaubt, ist außerordentlich fein. Mehrere Scheinbeweise sollen die zur Schau getragene Entrüstung unterstützen, der eine die Kritik von dem anderen fernhalten. Und indem die Versucherin die scheinbaren membra delicti selber vorweist, die in Wahrheit viel mehr gegen sie zeugen könnten, wird Potiphar erst recht betört. Das Ganze könnte wörtlich so in einem Midrasch stehen und etwa an v. 19 רידלי כשבלע וכו' אשד דברדל אליו לאבלר כדברים דלאלדל וגר' anknüpfen, wie ja das ganze Buch wohl als eine sehr alte midraschische Auslegung anzusehen ist. Daß die Frau Potiphars die Tür verschließt, bringt auch die Josephssure des Koran. Potiphar wird 3736 und 39! סריס genannt. Man übersetzt dieses Wort gewöhnlich Eunuch. Gunkel glaubt S. 420 in dieser Auffassung eine neue Stütze für seine Theorie er־ blicken zu dürfen. Auch hier zeige es sich, ״daß der Redaktor das Zwischenstück des J in die Handlung des E eingestellt habe, indem er durch den Zusatz 39! den Ägypter des J und den Potiphar des E einander gleichstellt. Dadurch komme heraus, daß der Ägypter, der ein Weib hat, zugleich ein Hämling ist“. Wenn die Alten meinten, Gott habe Potiphar jetzt erst und zwar zur Strafe dafür entmannt, daß er den neu gekauften Sklaven zu widernatürlicher Unzucht habe mißbrauchen wollen (b. Sota 13b, Gen. r. 86, Tanchuma I S. 185, Schir haschirim r. Anfang u. a. O.,־ vgl. auch Targ. Jon. zu 19b), so mögen ihnen vielleicht einen Augenblick ähnliche Schwierigkeiten vor Augen geschwebt haben* 1), wiewohl die *) Vgl. noch die S. 108 Anm. 2 aus Lekach tob angef. Stelle. Auch Philo Dö Josepho IV p. 74 findet es »höchst sonderbar®, daß ein Eunuch 1