Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Die Josephserzählung. Wellhausen, Die Oomposition 3. AufL S. 54 will Kap. 39 v. 6—19 für E in Anspruch nehmen, während v. 1—5 sowie v. 20—23 J zugehören sollen. Dillmann, Delitzsch, Kautzsch-Socin, Gunkel, Holzinger, Smend, Sievers u. a. sprechen dagegen die Potiphargeschichte und im wesentlichen überhaupt Kap. 39 J zu und meinen, daß E erst wieder 40,3 ff. zu Worte komme: Spuren aus E wollen allerdings die meisten von ihnen in Kap. 39 feststellen. Um diese Behauptung mundgerechter zu machen, fügt Gunkel die Bemerkung an, daß solche von vornherein zu vermuten seien, da ja 391—6 so weitläufig sei, daß die Annahme nahe liege, ״es seien darin Sätze aus E mitverarbeitet“. Wie es um diese Weitläufigkeit bestellt ist, haben wir gesehen. Für die eigentliche Potiphargeschichte gesteht aber Gunkel keinerlei Einschläge zu (S. 422 zu v. 11). Der erste Teil des Kapitels macht in seinen Augen Zusätze aus E schon darum wahrscheinlich, weil sonst zwischen 3736 und 403 eine Lücke klaffe, die doch irgendwie überbrückt werden muß. Es fehlt nämlich nach seinen Voraussetzungen eine Aussage darüber, ״wodurch denn Joseph bei dem Gefängnisvorsteher in so hohes Ansehen gekommen ist, daß er ihm die Vertrauensstellung überlassen hata. Ja, Gunkel muß sogar zugeben, daß man eine .Darstellung ähnlich derjenigen von 391—6 erwarte. Als Sätze, die aus E mitverarbeitet sind, bezeichnet er nach dem Vorgang von Dillmann v. 2 וידי איש בלצליח, v. 4 וישרת אתר, denen er noch die dem letztgenannten Versteil vorangehenden Worte וינלצא ירסן? חן מיפיד hinzufügt. So komme für E ״ein erträglicher Zusammenhang heraus“. Man sieht, wie milde die Kritiker bisweilen ihren eigenen Theorien gegenüber sind. Wieder anders denkt Proksch. Er zimmert sich zwei Geschichten von Josephs Versuchung zurecht, indem er v. 4 aß וישרת אתר und 6—10 für E beansprucht. In der Kunst der Zerlegung und Zerstückelung erweist er sich geradezu als ein Meister. Aber trotz aller Geschicklichkeit reicht ihm der vorliegende Text für seine Versuche keineswegs aus. Ein Beispiel möge zeigen, was trotz allen Beschneidungen des Textes, willkürlichen Umstellungen und Zu- Sätzen herauskommt. Zu v. 10, der E angehören soll, setzt er S. 382 die Worte: ״Da verleumdete sie ihn, und er kam“ aus eigenem hinzu, anstelle des Nachsatzes v. 11 f, der in den Zusammenhang ganz vortrefflich paßt. v. 11—20 werden dagegen J zugewiesen. Nun kommt aber eine neue Schwierigkeit! Nur der mittlere Teil von v. 20 ist in dieser neuen Konstruktion der Texte für E zu gebrauchen! "אדבי v. 20a hat aber sonst nur E“ (a. a. O. S. 224). Sehr einfach! ״Das schwerfällige“ ויקח אדכי ist überhaupt zu entfernen! Was es mit dieser ״Schwerfälligkeit“ auf sich hat, darüber s. weiter unten. Und wie sieht hier J nach Proksch aus? Da v. 6—10 E zugeteilt sind, muß nach v. 5 ein Vers verloren gegangen sein, der die Ägypterin, die doch auch für J nicht entbehrt werden kann, einführt (S. 222). Die zwei kargen Beste