Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 89)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Josephserzählung. »7 hatte so Gelegenheit, ihn zu beobachten und sein gottgesegnetes Wirken persönlich näher kennen zu lernen (v. 3 וירא 1(אדניו וגו׳). Wenn in v. 4b mitgeteilt wird ״und er bediente ihn“ und der gleiche Yers fortfährt ״und er machte ihn zum Aufseher über sein Haus“, so stehen diese Angaben keines• wegs, wie die Kritiker glauben machen wollen, in Widerspruch zueinander. Jene Aussagen bezeichnen vielmehr die Stufenleiter seiner Erfolge. Der hohe ägyptische Herr hat den hebräischen Sklaven noch nicht sofort zu seiner persönlichen Bedienung herangezogen. Erst ״als er sah, daß Gott alles gelingen ließ, was Joseph immer anfaßte“ (v. 3), fand dieser solche ״Gunst in seinen Augen“ (וימצא יוסף חן בעיניו), daß er ihn zu seinem Leibdiener, in der Folge zu seinem Hausverwalter machte und schließlich alles in seine Hand legte, ״was sein war“ (v. 4 Ende). Nun kommt der Segen vielfältig in Haus und Feld des Ägypters. Joseph steigt noch höher. Yers 6 ״und er überließ all das Seine der Hand Josephs“ (ויעזב וגו׳) hebt sich deutlich von Vers 4 Ende ״und all das Seine gab er in seine Hand“ ab. Das bestätigt sich auch durch die Worte ״und er bekümmerte sich neben ihm um nichts“ v. 6. (ולא ידע אתו מאומה). Nunmehr ist Joseph alles zu voller Selbständigkeit überlassen: Der Sklave Joseph nimmt eine herrschende Stellung ein1 2). 1) Die Worte ויחי ד?' את יוסף V. 2 und v. 21 finden eine sinn■־ gemäße, ausgezeichnete Erklärung bei Tanchuma ed. S. Buber I S. 186. Ebenda wird zu v. 3: וירא אדניו כי ח׳ אתו bemerkt: ראח מעשיו משובים וכל כך למח ויחי ח, את יוסף; s. auch En Astruc aus Barcelona in Midr’sche Hattorah (ed. S. Eppenstein, Berlin 1899) S. 70. *) Vers 4 Ende וכל יש לו כתן בידו denkt yomehmlich ebenso wie v. 5 aß ועל כל אשר יש לו an das, was V. 5 Ende mit ובשדח zusammengefaßt ist, wie die Worte בכל אשר יש לו, die jenem Ausdruck vorausgeschickt sind, deutlich machen.- Gegen Abarbanel z. St. u. a.! Ich stimme in der Erklärung der ersten Verse des Kapitels z. T, mit B. Samuel ben Meir, Abraham ibn Esra und Nachmanides, Abarbanel, Sfomo, Biur u. ä. überein, von denen ich aber wieder bezüglich einiger Punkte abweiche. Gegenüber den Aufstellungen der Kritik schien es geboten, den einheitlichen Zusammenhang der Verse erneut darzulegen.