Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 86

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 86 (sequence 88)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2292989-2292990--03373-2296649
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

86 Die Josephserzählung. nur wie eine nichtssagende Wiederholung des ersten aus. Nur so wie der Satz dasteht, macht er klar, was er mit besonderem Nachdruck gerade an dieser Stelle deutlich machen will, daß Joseph in eine für ihn völlig neue Welt kommt. Man wLd gespannt sein, wie er sich in dieser zurecht finde, welches nun sein Schicksal sei. Aber das Wunderbare ereignet sich, Gott ist mit Joseph: im Hause des Ägypters steigt der verachtete hebräische Sklave, kaum auf die unterste Stufe der Leiter des Lebens hinabgesunken, schnell zu neuem Glück empor. Zwei sonst himmelweit ferne Welten berühren einander so nahe, daß der Gott Josephs ״das Haus des Ägypters segnete um Josephs willen“ (395), bis die Rank# eines Weibes jene beiden Welten wieder zu trennen suchen. Handelte es sich nur um einen beliebigen Ägypter, dann wäre vielleicht auflällig, daß immer wieder betont wird ״und er war ein Mann des Gelingens“ oder ״als sein Herr sah, daß Gott . . . alles, was er tat, in seiner Hand gelingen ließ“ usw. Solche Hervorhebungen werden sofort verständlich, wenn wir wissen, um welches vornehme Haus (vgl. vv. 11 u. 14, wo von* den ״Männern des Hauses“ gesprochen wird) es sich handelt. Potiphar hätte den Sklaven nicht nur weggeben bezw. Weiterverkäufen, sondern auch sonst sehr vielfach verwenden können. Eben darum wird gleich eingangs (v. 2) gesagt: ״und er war im Hause seines Herrn, des Ägypters“: schon darin hatte Joseph von vornherein Glück, daß er in dem Hause seines Herrn, wenn auch zunächst nur als niederer Sklave (s. Biur z. St.) tätig sein durfte1). Jener J) Jacob meint a. a. O. S. 26: D&r Zusatz עבד עברי bat einen tiefliegenden Grund: ״Durch die Art seines Verkaufes ist Joseph unabänderlich an seinen Herrn gebunden. Denn Verkäufer und Käufer waren Nichtisraeliten. Bei den Heiden ist der Mensch eine Ware, das Eigentum unaufhebbar, und gegen den Verkauf gibt es keine Reklamation! So ist Joseph in aller Strenge ein עבד עברי in Ägypten. Das ist die Größe des göttlichen Befreiungswerkös, daß Israel aus solchem unabänderlichen Verhältnis aus Ägypten, dem Hause der Sklaven, herausgeführt wird.״ Gegen diese. Ausführungen Jacobs ist mancherlei einzuwenden; s־ie sind indessen nur im Zusammenhang mit seiner Gesamtauffassung der Genesis richtig zu werten: s. das Schlußkapitel dieser Abhandlung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.