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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 84 (sequence 86)
Language
German
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84 Die Josephserzähluiig. Die folgenden Verse erzählen von einem Ägypter, dessen Name und Stand nicht nochmals angegeben wird. Man hat darum gesagt, daß hier und in dem ganzen 39. Kapitel eine andere Quelle als nt 3736 zu Worte komme. Was aber 39! angehe, so seien dort die Worte פוטיפר סריס פרעה.שר הטבחים erst nachträglich nach dem Vorbild von 3736 eingeschaltet worden, während auch jener Vers ursprünglich nur von einem unbekannten ״ägyptischen Mann“ berichtet habe, im Gegensatz zu 3736 und 403f. Diesen Schlußfolgerungen kommt m. E. dieselbe Beweiskraft zu, wie wenn man etwa aus 39!4 ״da hat man uns einen hebräischen Mann gebracht“, 39!7 ״der hebräische Knecht, den du gebracht hast, drang bei mir ein“ oder 3919 ״s0 und so hat mir dein Knecht getan“ folgern wollte, daß alle diese Stellen einen anderen namenlosen Hebräer im Auge haben, da Joseph in keiner einzigen von ihnen genannt ist. Erwähnen doch überhaupt die Verse 11 — 19 seinen Namen nicht ein einziges Mal, obwohl niemand bezweifeln wird, daß Joseph gerade hier recht eigentlich im Brennpunkt der Erzählung steht, während dieser Name in den Versen 1—10 des gleichen Kapitels nicht weniger als 8 mal, v. 20—23 allein drei mal zu lesen ist. Wer tiefer zusieht, wird auch das nicht zufällig finden. Wohin müßte es aber führen, wollte man nach den Methoden der in Wahrheit unkritischen Hyperkritik verfahren!? Gunkel selbst muß S. 423 zugeben: ״Die Namenlosigkeit des Ägypters fällt in der Genesis auf, wo sonst alle bedeutenden Personen einen Namen tragen“. Man sollte glauben; daß diese Erkenntnis dazu angetan sein müßte, ihn zur Umkehr von seiner Ansicht zu bestimmen. Das Dogma der Quellen- Scheidung erlaubt ihm eine solche Folgerichtigkeit des Denkens nicht. Uber die von ihm klar empfundene Schwierigkeit glaubt er sich durch den folgenden Satz hinweghelfen zu können: ״Das ist wohl Märchenstil im Unterschied zu dem der Sage“. Wir werden uns diese Ausflucht Gunkels, — es wird von ihr noch weiterhin zu reden sein —, zu merken haben. Sie kann nur im Zusammenhang mit seiner neuesten Theorie, die

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