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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 83 (sequence 85)
Language
German
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Die Josephserzählung. »3 Kein Wunder! Wer sonst im Pentateuch und darum auch gleich im Beginne der Josephsgeschichte E, J, P usw. unterscheidet, kann natürlich nicht in der Mitte der Erzählung halt machen; er müßte denn seine Stellungnahme zu diesen Fragen von Grund aus aufgehen. Sind die Schwierigkeiten, auf die die Kritik hinweist, hier größer als in den früheren Kapiteln, oder zerflattern sie auch hier in nichts, sobald man sie einmal näher ins Auge faßt? Zunächst ist sehr wohl verständlich, daß der erste Vers des 39. Kapitels nochmals mitteilt, Joseph sei an Potiphar verkauft worden, wenngleich man auch dies als höchst auffällig bezeichnet hat. ״Am Ende des 37. Kapitels sollte jene Mitteilung in erster Linie verhüten, daß die Erzählung, in der nun eine mit Kapitel 38 ausgefüllte Ruhepause eintritt, (die gleichfalls ein meisterhafter Zug ist: s. Ranke, Untersuchungen zum Pentateuch 1834/40 z. St.), nicht mit dem unsagbar traurigen Bild des trostlosen Vaters schließe, sondern schon jetzt ein Hoffnungsschimmer aufleuchte“, sagt mit Recht Jacob a. a. O. S. 22. Jetzt wird diese bedeutsame folgenschwere Tatsache, die bisher nur kurz gestreift worden war, zum Ausgangspunkt für die Darstellung des neuen Lebensabschnitts Josephs genommen. Und wenn hier die Ismaeliter, dort die Medanim genannt sind, so war davon schon ausführlich die Rede. Holzinger, Genesis schreibt S. 230: ״Da die Dublette 3736 und 39! nur erträglich ist, wenn Kapitel 38 dazwischen steht, so hat vielleicht RJE Kapitel 38 an den jetzigen Ort gebracht, um den Widerspruch zwischen J und E auseinander zu rücken“. Zieht man diesem Satz das Kleid der Kritik aus, ohne das diese sich nun einmal nicht zeigen darf, so entdeckt man dahinter das klare Eingeständnis, daß doch eigentlich alles sehr gut zueinander stimme. Und nur, weil man das nicht zugeben will, muß die Sache auf den Kopf gestellt werden und der ״Redaktor“ als Retter in der Not herhalten, dem man dann eine weithergeholte Absicht und die sonderbarsten Wege zu ihrer Verwirklichung unterstellt, nur um die einfache, aber der Quellenscheidung widerstrebende Lösung ablehnen zu dürfen. 6*

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