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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 59 (sequence 61)
Language
German
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־Von Jaffa nach Konst&ntinopel. S9 Kutscher und Natur größere Ansprüche an ihre Leistung»- fähigkeit. Vor unseren Blicken stehen die Berge Judäa• hochaulgerichtet, und es gilt diese zu erklimmen. Die vo* Felswänden eingeschlossene Straße verläuft zunächst trot■ ihres schnellen Ansteigens in gerader Linie. Auf höherem Niveau angelangt, biegt sie bald rechts^ bald links ein, umgeht durch größere und kleinere Windungen und Krümmungen die einzelnen, ihr im Wege stehenden Bergkegel, den abschüssigen Schluchten und Tälern ausweichend. Nach etwa dreistündiger Fahrt gelangen wir an den höchsten Punkt, von dem aus bei hellem Sonnenschein Mittelländisches und totes Meer zu Sehen sind. Nun rollt der Wagen in Zick» zackbewegungen nach der im Tale gelegenen, von Juden und Arabern bewohnten Kolonie Mo za, oder wie sie in der Mischna genannt wird, Ko Ion ja. Hier erhalten die angestrengten Tiere ihren wohlverdienten Morgentrank, während ich 1 von meiner guten Jaffaer Nachbarin, Frau Chadorowsky, mit Milch und Eiern bewirtet werde. Nachdem ־־ wir uns alle gestärkt hatten, schicken wir uns an, den Rücken eines neuen Bergriesen zu besteigein. Dieses dauert. eine volle Stunde, während der wir Rama, die Wirkungs- und Wohnstätte des Propheten Samuel, und die über seinem Grabe sich erhebende Moschee im Auge behalten. Nach Ablauf einer Stunde stehen wir oben. Die Sonne erstrahlt in ihrer vollen Pracht, und ihren Glanz breitet sie über das sich in seinen vollen Umrissen vor uns ausbreitende Jerusalem. Mein Aufenthalt in Jerusalem gab mir Gelegenheit, alles das, was ich von dieser Stadt während meines häufigen Besuches durch Jahre hindurch kennen gelernt habe, genau zu besichtigen. Von den die Stadt kranzartig umgebenden Bergen aus, besonders aber von dem höchsten derselben, von dem!im Osten ragenden Ölberg, der durch die Ebene Josaphat und durch das Kidrontal von der Stadt getrennt ist, konnte ich das ganze Häusermeer mit den zahllosen Minaretts, Kuppeln und Türmen, die unzähligen Moscheen, Kirchen, Klöster, Hospize, Schulen und sonstige Institute,

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