Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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5S Von Jaffa nach K»nstantinopel. der Leitung des Eabbi EMeser blühte, vom. der aber heut« keine Spur vorhanden ist. .Rings am diese Stadt dehnen sich weitgestreckte Olivenhaine bis zu der aufstrebende* Kolonie Kerem ben Schemen, die durch das *ionistische Palästinaamt mustergültig geleitet und verwaltet wird. Unweit Lud gelangen wir zur Landstraße Jaffa- Jerusalem. Hier herrscht ein sehr reger Verkehr. Esel, Kamele, Wagen und deutsche Autos wirbeln zu allen Tages- und Nachtstunden den Straßenstaub auf. In eine Staubwolke gehüllt, langen wir gegen 10 Uhr abends mit unserem Milch-■ wagen in Ramieh an. Wir kehren in die Wirtschaft eines Juden ein, um uns dort zu erfrischen. Die Räumlichkeit ist etwas primitiv, doch kann man hier trotz Krieg und Kriegs- Zeiten Eier, Butter, Käse, Brot und Oliven in jeder beliebigen Menge erhalten. Die Straße und der Chan sind trotz der vorgerückten Abendstunde sehr belebt. Deutschön, österreich-ungarischen und türkischen Soldaten begegnet man auf Schritt und Tritt. In Ermangelung einer Tageszeitungwerden die persönlichen Berichte und Erzählungen von jedermann gerne entgegengenommen. Jeder Ankömmling glaubt in Ramleh etwas Neues zu erfahren, sammelt hier frische Neuigkeiten ein und packt diejenigen, die er anderswo vernommen, aus. An einer dankbaren Zuhörerschaft fehlt es keinem. Obgleich die Stadt durch feindliche Flieger sehr oft״ heimgesucht wurde, sammeln sich die Leute zu kleineren und größeren Gruppen an, um über den Krieg zu plaudern. Der einstündige Aufenthalt wird sehr anregend; ich treffe dort eine Reihe von Bekannten aus den benachbarten Kolonien, aus Rischon le Zion, Wadi Chanin, Rechobot, Ekron und Katra, die nach der Evakuierung Jaffas Ramleh als Mittel- und Treffpunkt betrachten. Doch der Kutscher thront bereits auf seinem Sitz und schwingt seine Peitsche; wir und die Pferde verstehen diesen Befehl und gehorchen. Wir steigen in den Wagen ein, und die braven Tiere tragen uns beimondheller Nacht durch das wellenartige, fruchtbare Gelände in raschem Trab bis Bab el Wad. Von (da ab stellten