Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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56 Yon Jaffa nach Konstantinopel. Aber auch vom allgemeinen, kulturellen Standpunkte aus gesehen bedeutet dieses Werk einen großen Fortschritt in der Entwicklung dieser Länder und dürfte in erster Reihe zu ihrer wirtschaftlichen, politischen und sozialen Konsolidierung beitragen. Daß aber dieses Werk nicht allein im großen, sondern auch im kleinen sich als Wohltäter erweist, wird wohl niemand so hoch einschätzen, wie derjenige, der dessen Wohltaten am eigenen Leibe erfahren hat. Der Frühling des Jahres 1917 brachte den Bewohnern Judäas, namentlich den Einwohnern der Stadt Jaffa, das schwerste Erlebnis seit Kriegsbeginn. Die in den ersten Kriegsjahren vorausgegangenen Heimsuchungen in Gestalt von Heuschreckenplage, Flecktyphus^ Cholera, Lebensmittelteuerung und häufige Bombardements durch französische Kriegsschiffe trugen gewiß nicht zur Annehmlichkeit des Lebens bei. Doch das Schrecklichste war der Krieg in seiner nackten Gestalt und der durch ihn erzeugte Wahn. Groß war die Angst, die die tagelang währende Schlacht bei Gaza erzeugte; gleich wie bei einem Erdbeben wankte der Boden unter den Füßen, die Häuser zitterten, und die Fenster klirrten. Diese Angst verwandelte sich in einen panikartigen Schrecken, als der Befehl an die Einwohner erging, die Stadt ehestens1 zu räumen. Dieser Evakuierung verdanke ich meine Reise von Jaffa nach Europa. Wie die bereits erwähnten Heuschreckenscharen strömten die Einwohner von Jaffa nach!!einer Richtung, nach dem Norden. Selbstverständlich schloß ich mich dem Strome an und zog mit. Auf der von Jaffa nach Nablus (Sichern) führenden Straße wälzten sich die Scharen der Flüchtlinge durch die nördlich1 Jaffa gelegene deutsche Templerkolonie Sarona, den Audjafluß entlang. Das erste und nächste Ziel war Petach Tikwa. Dieses friedliche, von herrlichen Orangen- und Mandelgärten umgebene, ganz in Grün getauchte Dorf, das sonst den Einwohnern der dortigen Umgebung Erholung gewährt, konnte die große Zahl der