Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Grabet für den Landesfürsten 51 auch nur eine leise Spur eines Königsgebets verraten: Siddur R. Amram, Machsor Vitry.(Anf. 12. Jahrh.),Siddur Tro /es (13.Jahrh.) «. a. wissen nichts davon, erst der Spanier David Abudraham (Mitte 13. Jahrh.) berichtet von der Existenz des Königsgebetes1): אחר שמסיימין בקריאת התורה נהגו לברך את המלך ולהתפלל להשם שיעזרהו ויאמצהו על אויביו. Diese Bemerkung setzt also die Existenz des Königsgebetes voraus, daraus ergibt sich aber nicht, daß es erst neueren Datums sei; eine, wenn auch seitsame Spur fuhrt uns darauf, daß schon seit dem 9., spätestens dem 10. Jahrhundert ein solches Gebet der synagogalen Ordnung angehört hat. Also woher das lange Schweigen? Vielleicht gibt uns diese Spur die Antwort darauf. Targ. Scheni zu Esther 3, 9 läßt Haman in seiner Anklage gegen die Juden sagen: ״Am Sabbath gehen sie in die Synagoge, lesen aus der Thorarolle vor, übersetzen aus ihren Propheten, verfluchen den König, sagen sich los von der Herrschaffe und sprechen: Heute ist der siebente Tag, an dem der große Gott von seiner Schöpfung ausgeruht hat.“ In derselben Weise charakterisiert er dann die Gebetordnung aller Feiertage und fugt noch bei Roschhaschana das Schofarblasen nach dem angeblichen Fluchgebet ein. Was hier dem Haman in den Mund gelegt wird, muß er natürlich nicht alles gesagt haben. Aber in Haman sah man den Judenhaß verkörpert, so daß man für alles, was je an Verleumdung und Lüge über die Juden verbreitet wurde, ihn zum Sprecher machte. In den verschiedenen Lügen, die man Haman dem König vortragen läßt, erkennen wir nichts anderes als das Echo der verschiedenen Zeiten von dem. was die Judenfeinde über die Juden lügnerisch erdacht und ausgesprengt haben. Es wird uns dies noph klarer, wenn wir beachten, wie mit dem Fortsehreiten der Zeit in den verschie- 0 De Bossi a. a. O. weist zwar auf Massechetb Soferim 19,1 hin, doch unsere Ausgaben enthalten an der betr. Stelle nichts von einem Königsgebet.