Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Problem© der Pentateuch- Kxegese. Morgens. Ihr werdet aber außerdem noch schauen die Herrlichkeit des Ewigen, indem er euer wider ihn gerichtetes Murren vernimmt״. Diese Erklärung hat bei den andern jüdischen Auslegern keinen Beifall gefunden, da sie es nicht für statthaft halten, das erste Wort von v. 7 mit v. 6 zu verbinden, obgleich im Talmud z. B. es für gestattet gilt, das Wort ארור in Gen. 49, 7 an v. 6 anzuschließen (Joma 52 b). Sie fassen deshalb das 'כבוד ה in v. 7 in anderem Sinne auf, als denselben Ausdruck in v. 10; ebenso die meisten christlichen Exegeten. Dagegen meint Eerdmans, daß diese Annahme nicht berechtigt ist. Wir können aber die Erklärung Ibn-Esras mit Hilfe der 19. Auslegungsregel des R. Elie^er ben R. Jose Hagalili rechtfertigen: Diese lautet: .מדבר שגאמר בזה והוא הדין לחבית Es wird manchmal in einem ,Satze etwas ausgesprochen, was auch für den nächsten Satz gilt. Als Beispiel wird unter andern angeführt der Vers Ps. 97, 11. Dort heißt es: Licht ist ausgestreut dem Gerechten Und Freude, denen, die redlichen Herzens sind. ״Ist es denn möglich“, sagt R. Elieser, ״anzunehmen, daß den Gerechten Licht ohne Freude, und den Redlichen Freude ohne Licht zuteil wird? Es muß daher erklärt werden, daß das Licht den Gerechten und ebenso den Redlichen, die Freude den Redlichen und ebenso den Gerechten verheißen wird״. Diese Regel auf unsere vv 6 — 7 angewendet gibt den Gedanken, daß die Erkenntnis des Abends auch für den Morgen gilt und die Herrlichkeits-Erscheinung des Morgens auch für den Abend verheißen wird, was aber vollkommen mit der Erklärung Ibn-Esras übereinstimmt. Daß das Wunder des Manna ebenso, wie das der Wachteln, jene Erkenntnis bei den Israeliten herbeizuführen geeignet war, ist selbstverständlich. Daher muß auch angenommen werden, daß die Erscheinung der Gottesherrlichkeit mit beiden Wundern verbunden war. Die Verse 6—12 müssen daher in derselben Ordnung gelesen werden, wie sie uns vorliegen, und alle Umstellungs-Versuche der Kritiker erweisen sich als unhaltbar. .