Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292989-2292990--03301-2296577- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14 Probleme der Pentateuch-Exegese. verständlich im Aufträge Gottes handelte. Nicht nach eigener Wahl zogen die Israeliten in die wasserleere Wüste, sondern auf Befehl ihres gottgesandten ]Führers. Diese Anhänglichkeit und Liebe Gott gegenüber wird auch vom Propheten Jeremia (2, 1) besonders gepriesen. Ebenso erklärt R. Elieser in der Mechilta. Es wird ferner geltend gemacht, daß hier die Wüste, in die die Israeliten zogen, ״Wüste Schur“, dagegen in Num. 33, 8 (P) ״Wüste Etham“ genannt wird. Dieser Einwand wiegt federleicht. De! gewöhnliche Name mag ״Wüste Schur“ gewesen sein (wohl nach einer Stadt Schur, Gen. 16,7; 20,1; 25, 18; 1. Sam. 15, 7; 27, 8); in Num. 33 aber, wo kurz vorher (Y. 6) als Lagerstation ״Etham an der Grenze der Wüste“ genannt ist, wird die Wüste nach dieser Station als ״Wüste Etham“ bezeichnet. Noch weniger kann die Bezeichnung ישראל (statt 'בני י) als Kriterium einer von P verschiedenen Quelle gelten. Die verschiedenen Ausdrücke zur Bezeichnung des Volkes Israel wechseln so miteinander ab, daß es nicht gestattet ist, den einen oder andern Ausdruck als charakteristisches Merkmal einer bestimmten Quelle zu erklären, vgl. c. 16 und c. 19 und Eerdmans III 52. . Eines der schwierigsten Probleme bietet c. 16, der Manna- Abschnitt, dar. Nicht weniger als 21 schwierige Fragen schickt Abarbanel seiner Erklärung zu diesem Abschnitte voraus. Seine Lösungen dieser Fragen sind aber selten befriedigend. Wer jedoch von seiten der Kritiker eine Lösung des Problems erwartet, findet sich ebenfalls getäuscht. Die meisten versuchen zwar das Kapitel auf P und J oder auf P und E zu verteilen. Aber schon die Verschiedenheit der Teilungsversuche ber den verschiedenen Auslegern genügt zu zeigen, daß die Quellen- Scheidung keine befriedigende Lösung zu bringen vermocht hat. Verschiedene Meinungen findet man zusammengestellt bei Kuenen, gesammelte Abhandlungen (übers, von Budde) S. 276f. mit der Bemerkung, daß ״diese so weit auseinanderlaufenden Analysen den Eindruck machen, daß es mit der Kritik des Pentateuchs oder wenigstens dieses Kapitels traurig bestellt