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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Alte Lösung neuer Probleme. sacht Max Eschelbacher den Einfluß dieses Willens auf den Gang der jüdischen Geschichte nachzuweisen, wobei er zeigt, daß das jüdische Schicksal meist eher eine gewollte Gestaltung offenbart als »eine duldende Hinnahme, — daß das Judentum!mehr vom eigenen als vom fremden Willen beherrscht war, und daß es daher die Zeiten überdauerte, weil es sie überdauern wollte. Der Psalmgesang: ״Ich will nicht sterben,^ sondern leben und das Wirken Gottes verkünden“, ist, nach Eschelbacher, das Leitwort auch der späteren jüdischen Geschichte geworden. E. nennt zahlreiche Momente dfer jüdischen Vergangenheit, in denen der Untergang Israels der natürliche Gang der Dinge gewesen wäre. So sehr geistreich aber E.’s Beweisführung von der Allmacht des jüdischen Willens auch ist, die Kraftquelle dieses Willens wird nicht gezeigt, und wo dies zuweilen geschieht, da wird wie immer auf die Religion zurückgegriffen. Damit aber kommt man der Lösung des Problems nicht näher. Oder soll vielleicht der Druck von außen den Zusammenhalt des Judentums verursachen? Dann müßten aber gleiche Ursachen überall gleiche Wirkungen haben. Es ist a»er nicht bekannt, daß auch andere Völker Jahrhunderte oder gar Jahrtausende lang gerade durch die Verfolgung überlegener Feinde lebenskräftiger geworden wären. Aber davon abgesehen, ist denn der unausrottbare Haß gegen die jüdische Gemeinschaft, gegen den, wie es scheint, es kein Heilmittel gibt, nicht ebenfalls ein unlösbares Rätsel? Man kommt hier der Wahrheit wohl am nächsten, wenn man dieses Problem in Analogie zu dem ihm nächstverwandten Problem der prophetischen Voraussage der Unvergänglichkeit Israels stellt. Die längst gebotene Lösung der letzteren Fragei wird auch das behandelte Problem von der Unsterblichkeit des jüdischen Gemeinwesens befriedigend lösen. Die Frage, wieso die Propheten die ewige Fortdauer Israels mit solch unerschütterlicher Bestimmtheit verkünden konnten, verdient zweifellos nicht minder eine kritische Prüfung als das Faktum, das den Inhalt ihrer Verkündigung bildet. Dieses meta-

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