Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 508 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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508 Probleme der Pentateuch-Exegese. Dabei wird noch bemerkt; daß dieses Wagnis nach den Erfahrungen, die Pharao bereits von Gottes Allmacht gemacht hatte, nur eine Folge seiner durch Gott bewirkten Herzens- Verhärtung war. Wenn, wie Bäntsch meint, v. 7 dem JE und v. 8 f. dem P angehörte, so würde erstere Urkunde; vom ״Verfolgen“ und ״Erreichen“ nichts berichtet haben, während das Lied (15, 9) gerade ארדף und אשיג den racheschnaubenden Feind sprechen läßt. Zu welchen Gewaltmitteln mancher Vertreter der kritischen Analyse in unserem Abschnitt greift, zeigt die Annahme Dillmanns, daß 14, 9 von R aus P und EJ zusammengesetzt sei, indem zuerst hier die Worte ס^יררפימצ׳ אחריהם!! v. 8 eine Dublette und dem EJ zuzuschreiben sein sollen. Allein v. 9 nimmt einfach v. 8 wieder auf mit erweitertem Subjekt, wie schon Bäntsch erklärt. Ferner soll nach Dillmann die Stelle כל סוס-יחילו später eingeschoben worden sein, weil sie zwischen der geographischen Bestimmung steht und diese unterbricht. So auch Bäntsch. Indessen ist es klar zu ersehen, daß hier zuerst das Hauptfaktum erzählt wird: ״Die Aegypter verfolgten sie und erreichten sie, wie sie am Meere lagerten.“ Damit ist kurz die Notlage Israels gezeichnet. Erst nachher folgen die näheren Bestimmungen, und zwar zuerst die Exposition lu מצרים (das ist כל סוס bis ־,(יחילו sodann folgt die Ortsbestimmung zn dem unbestimmten על הים על פי) bis צפון). Man sieht, daß der ursprüngliche Erzähler planmäßig und eindrucksvoll spricht. Ein späterer Glossator hätte seine Erklärung כל סוס וגו׳ hinter מצרים gesetzt, da, wo sie nach der Weisheit der Kritiker hingehörte. Die neuern Exegeten beanstanden auch manche Ausdrücke in unserem Abschnitt auf Grund der Forschungen der Aegypto- Zogen. Zuerst sollen die פרשים (Reiter) zu den aegyptischen Verhältnissen jener Zeit nicht stimmen. Die Aegypter sollen nach dem Zeugnis der Denkmäler damals keine Reiterei im Kriege verwendet haben, ״obwohl ihnen die Verwendung des Pferdes zum Reiten nicht unbekannt war, und hier und da in der Literatur einzelne Reiter erwähnt werden“ (Bäntsch).